Vortrag Prof. Dr. Simon White "Lichtspur des Urknalls - Der Ursprung des Universums und die Planck-Mission der ESA"

Am 21. März 2013 veröffentlichte die Europäische Weltraumbehörde ESA die Messdaten der Satellitenmission "Planck". Diese Weltraummission wurde 2009 gestartet, um die kosmische Hintergrundstrahlung am gesamten Himmel zu kartieren, die etwa 380.000 Jahre nach dem Urknall von der damals fein verteilten kosmischen Materie ausgesandt wurde.

Simon White zeigt, dass die Himmelskarte mit dem Strahlungsmuster der Hintergrundstrahlung für Kosmologen ein "Babyfoto" des heute 13,8 Milliarden Jahre alten Universums ist und was sie mit aufwendigen Analysen in dem Muster lesen können: Wie alt ist der Kosmos? Woraus besteht das Universum, und wie viel Dunkle Materie und Dunkle Energie enthält es? Wie schnell dehnt sich der Kosmos aus? Gab es eine frühe Ausdehnungsphase namens Inflation? Wie hat sich die Struktur unseres heutigen Universums daraus später entwickelt? Finden sich Spuren von Paralleluniversen?

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Akademievorlesungsreihe November 2013 bis Januar 2014 "Mit Sicherheit mehr Sicherheit?"

Prof. Dr. Thilo Marauhn "Neue Waffen - altes Recht? Unbemannte Flugkörper (Drohnen) aus völkerrechtlicher Perspektive"

Die Debatte über die Anschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr wurde zuletzt kontrovers ausgetragen. Handelt es ich bei den Drohnen um die unaufhaltsame Weiterentwicklung zielgenauer Waffensysteme mit größtmöglichem Schutz für die kämpfende Truppe? Oder wird damit einer neuer Qualität der Kriegsführung Tür und Tor geöffnet? Der Vortrag untersucht die völkerrechtlichen Rahmenbedingungen des Einsatzes von Drohnen, auch vor dem Hintergrund, dass diese bereits seit Jahren von den USA zur gezielten Tötung von Terrorverdächtigen in Pakistan, im Jemen und in Somalia eingesetzt werden.

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Prof. Dr. Christian Pfeiffer "Unsichere Jugend? Gefährdungen für junge Menschen und Entwicklungen der Jugendkriminalität"

Es gehört zu den Konstanten von Gesellschaften, dass sich in ihnen die Erwachsenen Sorgen um die heranwachsende Generation machen. Die Phase der Adoleszenz ist in der individuellen Biografie mit großen Unsicherheiten behaftet. Aber führen veränderte Gewohnheiten beim Medienkonsum zu einer Zunahme von Gewalt und zu einer größeren Brutalität der Täter? Wie sollte das Jugendstrafrecht auf Jugendgewalt reagieren?

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Prof. Dr. Michael Waidner "Sicher und privat im Cyberspace? Digitale Bedrohungen, digitaler Schutz und die Idee von Security and Privacy by Design"

Es gibt zahlreiche Anlässe, um über die Sicherheit im Internet und die Wahrung der informationellen Selbstbestimmung nachzudenken. Die Enthüllungen von Edward Snowden, dem ehemahligen Mitarbeiter der amerikanischen Überwachungsbehörde NSA, zeigen, dass von den USA unter Verweis auf die Notwendigkeit der Bekämpfung des transnationalen Terrorismus ein globales Überwachungssystem errichtet wurde. Gleichzeitig praktizieren zahlreiche Großunternehmen eine systematische Erfassung aller Aktivitäten von Individuen im Internet, um mit diesen Informationen gezielt Profile erstellen und Werbung passgenau platzieren zu können. Staaten und Unternehmen betreiben einen großen Aufwand, um sich vor Hackerangriffen und digitaler Spionage zu schützen. Gerät das Individuum bei diesen raschen technologischen Entwicklungen hoffnungslos in die Defensive? Sind wir unaufhaltsam auf dem Weg zum Überwachungsstaat? Wie können Individuen ihre informationelle Selbstbestimmung wahren, um nicht allumfassend ausgespäht, gespeichert und verwertet zu werden?

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Prof. Dr. Dr. h. c. Ortwin Renn "Riskante Zukunft? Was uns bedroht und wie wir es erkennen können?"

Viele Menschen empfinden viele Entwicklungen und Phänomene als Bedrohung, ohne dass dies Risiken umfassend gegeneinander abgewogen und Prioritäten bei der Bewertung von Gefahren und Herausforderungen gesetzt werden. Der individuelle und gesellschaftliche Umgang mit Risiken lässt "mit Sicherheit" einiges zu wünschen übrig. Wenn das Verständnis über Möglichkeiten und Grenzen der Planbarkeit von Zukunft notorisch unterentwickelt ist, wie kann dem abgeholfen werden?

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Podiumsdiskussion Geisteswissenschaft im Dialog "Hirngespinst Willensfreiheit? Wie die Neurowissenschaften unser Menschenbild beeinflussen" am 26. November 2013

Muss unser Verständnis von Moral, Ethik und Schuld neu definiert werden? Welche Rolle spielen die Neurowissenschaften in unserer Kultur und Gesellschaft? Sind sie zu einer modernen Leitwissenschaft geworden? Welche Lehren könen wir aus der historischen Entwicklung der Strafjustiz ziehen? Bedarf es einer Reform des Strafsrechts auf der Grundlage neurologischer Befunde? Dürfen Auffälligkeiten präventiv korrigiert werden?

Auf dem Podium:
John-Dylan Haynes, Bernstein Center der Charité Berlin
Reinhard Merkel, Universität Hamburg
Reinhard Werth, Ludwig-Maximilians-Universität München
Richrad Wetzell, Deutsches Historisches Institut Washington D. C.

Moderation:
Martina Kothe, Norddeutscher Rundfunk

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Podiumsdiskussion "Der demografische Wandel als Chance für die Stadtentwicklung in Hamburg?" am 14. November 2013 im Wissenschaftsjahr 2013 - Die demografische Chance

Wie geht die Stadt mit der notwendigen weiteren Zunahme der Migration aus Deutschland und aller Welt um? Wie kann die Integrationsfähigkeit gestärkt werden? Wie lässt sich bezahlbarer Wohnraum für die nach Hamburg ziehenden Menschen sicherstellen? Welcher Anstrengungen bedarf es, um mehr junge Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt zu integrieren? Wie können ältere Menschen länder eine noch stärker verantwortliche Rolle in der Familie und Gesellschaft übernehmen?

Auf dem Podium:
Dieter Läpple, HafenCity Universität Hamburg
Ursula Neumann, Universität Hamburg
Alkis Henri Otto, HSBA und HWWI Hamburg

Moderation:
Kerstin von Stürmer, Redakteurin bei NDR 90,3 Hamburg

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Akademievorlesungsreihe April bis Juli 2013 "Künstliche Intelligenz: Chance oder Risiko?"

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolfgang Wahlster "Künstliche Intelligenz: Computer mit Augen, Ohren, Hand und Fuß - aber auch Verstand?"

Künstliche Intelligenz versucht, die Beschränkungen menschlicher Sensorik, Aktorik und Kognition durch Informationssysteme zu überwinden. Vom dolmetschenden Smartphone über das fahrerlose Auto bis hin zum humanoiden Fußballroboter konnten wir mit Künstlicher Intelligenz immer wieder technologische Durchbrüche erzielen. Der Vortrag zeigt neben Chancen und wirtschaftlichen Potentialen auch die Risiken und Grenzen Künstlicher Intelligenz auf.

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Prof. Dr.-Ing. Christian Rehtanz "Agenten im Netz: Wie intelligent können Stromnetze werden?"

Die elektrischen Energiesysteme gehören zu den größten technischen Systemen. Deren Steuerung erfolgt weitestgehend manuell aus verteilten Leitzentren heraus. Erneuerbare Energien und Marktaktivitäten führen zu einem unruhigeren Netzbetrieb bei gleichzeitiger Verknappung der Reserven. Eine zuverlässige Automatisierung kann menschliche Fehlentschiedungen vermeiden, wobei aber die Komplexität beherrschbar bleiben muss. Die Vorlesung stellt autonome Agentensysteme und weitere ausgewählte Methoden Künstlicher Intelligenz als Ansätze für eine intelligente Netzführung bis hin zu Smart Grids vor.

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Prof. Dr. Dr. h.c. Sahin Albayrak "Smart Home, Big Data und Cognitive Cities"

Zu den aktuell großen Herausforderungen der Menschheit gehören u. a. Klimawandel, Energie- und Ressourceneffizienz. Hauptverursacher wie Hauptbetroffener dieser Herausforderungen sind die Städte. Einer der vielversprechendsten Ansätze, diesen Herausforderungen zu begegnen, beruht auf der zunehmenden Integration von Informations- und Kommunikationstechnologien in die Infrastruktur von Gebäuden und Städten. Diese erzeugen jedoch eine Flut von heterogenen und unstrukturierten Datenmengen, die zeitnah verarbeitet werden müssen. Die intelligente Datenanalyse von Big Data ist daher eine der zentralen Herausforderungen für die Realisierung von Smart Homes und Smart Cities. Fasst man das Verkehrs- und Datennetz einer Stadt als seine Blut- und Nervenbahnen auf, so entspricht die Cognitive City, ein technisches kognitives System, dem Gehirn der Smart City, das wahrnimmt, lernt, plant und schlussfolgert. In diesem Sinne wird aufgezeigt, wie die intelligente Datenanalyse in Smart Homes und Cognitive Cities Anwendung findet und diese erst ermöglicht.

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Prof. Dr. Helge Ritter "Von Bewegung zu Begreifen - Manuelle Intelligenz für Roboter"

Jeder unserer Griffe ist das Ergebnis eines unglaublichen Zusammenspiels von Hand, Auge und  Gehirn. Die Erforschung der dahinterstehenden "manuellen Intelligenz" und ihre Nachbildung für künstliche Hände ist ein wichtiger Schlüssel, um künftige Roboter zu nützlichen Helfern im Alltag zu machen. Zugleich bietet sie genauere Einblicke in die Vorgänge, die uns zunächst ein physisches und - darauf aufbauend - ein mentales Begreifen der Welt ermöglichen.

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Podcast zur Stellungnahme "Antibiotika-Forschung: Probleme und Perspektiven"

Einer steigenden Zahl an Infektionen durch Antibiotika-resistente Bakterien stehen weltweit immer weniger wirksame Antibiotika gegenüber. Damit wird die erfolgreiche Behandlung infizierter Patienten immer schwieriger. Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina geben in ihrer gemeinsamen Stellungnahme "Antibiotika-Forschung: Probleme und Perspektiven" acht Emfpfehlungen, die Wege aufzeigen, die weitere Ausbreitung von Resistenzen zu verhindern und dringend benötigte Antibiotika zu entwickeln. In dem Audiocast unten erläutert der Sprecher der Arbeitsgruppe "Infektionsforschung und Gesellschaft" der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, Prof. Dr. Ansgar W. Lohse, die wichtigsten Punkte der Stellungnahme.

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Podiumsdiskussion "Wie weiter mit der internationalen Klimapolitik?" am 18. Dezember 2012 im Wissenschaftsjahr 2012 - Zukunftsprojekt Erde

Die Podiumsdiskussion geht der Frage nach, ob bzw. inwieweit die 18. Konferenz der Signatarstaaten der Klimarahmenkonvention, die vom 26. November bis 7. Dezember 2012 in Katar stattfand, neue Perspektiven für eine wirksamere internationale Klimapolitik eröffnen konnte. Außer Spesen - und vielen weiteren Emissionen - nichts gewesen? Oder endlich ein Durchbruch, der Mut macht, dass der Klimawandel nicht außer Kontrolle geraten wird?

Auf dem Podium:
Mojib Latif, GEOMAR, Kiel
Karsten Smid, Greenpeace e.V., Hamburg
Ilka Wagner, BMU, Berlin

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Akademievorlesungsreihe Oktober 2012 bis Januar 2013 "Konstruktion von Identitäten"

Prof. Dr. Ulrike Jekutsch "Polens westliche und östliche Grenzgebiete. Entwürfe europäischer, nationaler und regionaler Identität in der polnischen Literatur"

Die Westverschiebung Polens im Ausgang des 2. Weltkriegs führte zu dem Verlust der ehemaligen Ostgebiete der 2. Polnischen Republik und zur Umsiedlung ihrer polnischen Bewohner in die ehemals zum Deutschen Reich gehörigen neugewonnenen Westgebiete Polens. Die damit entstandenen Verluste und Traumata konnte auch in der Literatur im Wesentlichen erst seit der Wiedergewinnung vollständiger staatlicher und politischer Autonomie nach 1990 aufgearbeitet werden. Der Vortrag untersucht die Konstruktion neuer regionaler Identitäten im heutigen Polen in der zeitgenössischen polnischen Literatur.

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Prof. Dr. Silke Göttsch-Elten "Deutsch oder Dänisch? Kulturelle Vielfalt als nationale Differenz in der Grenzregion Schleswig um 1900"

In der Wahrnehmung gibt es ohne Frage umstrittenere Grenzen als die zwischen Deutschland und Dänemark. Dabei wird leicht übersehen, dass der heutige Grenzverlauf erst 1920 festgelegt wurde und zuvor heftig um eine nationale Grenzziehung auch mit kriegerischen Mitteln gekämpft wurde. So läßt sich an der Grenzregion Schleswig gerade um 1900, einer Zeit nationaler Selbstvergewisserung, wie in einem Labor untersuchen, wie nationale Identitäten gemacht werden, wie kulturelle Differenz als nationale Eigenart markiert wird.

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Prof. Dr. Anna-Margaretha Horatschek "Identität als Fiktion im Britischen Roman der Gegenwart"

Den Engländern wird ein ausgeprägtes nationales Identitätsbewußtsein nachgesagt. Während Politik und Wirtschaft den Nationalstolz fördern und nutzen (Splendid Isolation; Buy British), gilt eine positiv besetzte Englishness vor dem Hintergrund von Kolonialismus, Kommerzialisierung und Immigration vielen Britischen SchriftstellerInnen als Inbegriff einer kollektiven Selbsttäuschung, die sich vor allem in der Geschichtsschreibung niederschlägt. Die Analyse dieser Nationalidentität in zeitgenössischen Romanen gibt Aufschluss über allgemeine Strategien kollektiver und individueller Indetitätskonstruktionen.

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Prof. Dr. Gabriele Clemens ""Après avoir créé un comencement d'Europe, il nous faut des Européens." Die Konstruktion einer europäischen Identität durch Europawerbefilme"

Die Anfänge des europäischen Integrationsprozesses in den 1950er Jahren waren begleitet von einer umfassenden, politisch motivierten und gesteuerten Öffentlichkeitsarbeit. Dazu zählte auch die Produktion von sogenannten Europawerbefilmen, mit denen die Bürger für den europäischen Integrationsprozess gewonnen und zu "Europäern" erzogen werden sollten. Am Beispiel von Filmen, die im Auftrage des Europarates, der WEU sowie der Europäischen Gemeinschaften produziert wurden, wird gezeigt, mit welchen Themen, Motiven und Bildern die Schaffung einer europäischen Identität intendiert wurde.

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Prof. Dr. Anja Pistor-Hatam ""Wie der Phönix aus der Asche": Identität und Geschichtsschreibung im modernen Iran"

In Iran begann die offizielle Geschichtsschreibung, die die iranische Geschichte von der Antike bis in die Gegenwart darlegen sollte, in den 1930er Jahren. Am Beispiel der Darstellung des Mongolensturms zu Beginn des 13. Jahrhunderts soll gezeigt werden, wie moderne iranische AutorInnen den Eroberungen und der Herrschaft der Mongolen einen Sinn verleihen und sie dadurch in die iranische Nationalgeschichte integrieren. In Umkehrung der historischen Ereignisse siegt das unzerstörbare Iranertum über die mongolischen "Barbaren".

Zur Audio-Aufzeichnung (Der Ton ist zu Beginn des Vortrages sehr leise, nach ca. drei Minuten ist die Tonqualität dann hervorragend.)

Akademievorlesungsreihe April bis Juli 2012 "Die Energiewende: Handicap oder Chance?"

Prof. Dr. Manfred Fischedick "Energiewende in Deutschland - eine Zwischenbilanz und Perspektiven"

Als Folge des Reaktorunglücks in Fukushima hat die Bundesregierung im Juni 2011 ein ambitioniertes Energie- und Klimakonzept beschlossen. Ein Jahr danach zeigt der Vortrag die Chancen auf, die sich mit der Energiewende für das Energie- und Technologieland Deutschland verbinden, beschäftigt sich mit den zentralen Herausforderungen und "Flaschenhälsen" und analysiert die bis heute erreichten Fortschritte. Für das Gelingen des anstehenden Transformationsprozesses - so die zentrale These - ist insbesondere die intelligente Bündelung von technischen, infrastrukturellen und sozialen Innovationen notwendig.

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Prof. Dr. Ferdi Schüth "Peak Oil und Klimawandel: Herausforderungen für unsere Energiesysteme"

Unsere Energiesysteme stehen vor fundamentalen Veränderungen, die durch den Rückgang fossiler Energiequellen und den Klimawandel ausgelöst werden. Dies erfordert die verstärkte Entwicklung von Verfahren zur Bereitstellung regenerativer Energie, die zusammenfassend diskutiert werden. Von großer Bedeutung ist auch die Frage der Energiespeicherung, die durch die fluktuierende Natur der regenerativen Technologien wie Wind und Sonne zunehmende Bedeutung gewinnt. Im Vortrag wird ein Ausblick auf die Elemente unseres Energiesystems in den nächsten Jahrzehnten gegeben.

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Dr.-Ing. Dietrich Graf "Sichere Stromversorgung - auch mit einem Smart Grid?"

Nicht erst seit der deutschen Energiewende wird der Begriff "Smart Grid" gern benutzt, wenn über die Zukunft der Energieversorgung geprochen wird. Aber kaum jemand verbindet mit diesem Begriff konkrete Vorstellungen. Der Umbau des Stromversorgungssystems auf regenerative, dezentrale Energiequellen stellt uns vor Herausforderungen, die durch "Smart Grid" nur unzureichend erfasst werden. Auch für elektrotechnische Laien wird rasch deutlich, dass die Aufgaben nicht ohne gesellschaftlichen Konsens und Zugeständnisse aller Beteiligter bewältigt werden können. Der Vortrag zeigt rein technische Lösungswege aber auch ungelöste Probleme auf.

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Prof. em. Dr. Herbert Märkl "Können Mikroalgen einen Beitrag zur künftigen Energieversorgung leisten?"

Mikroalgen sind in der Lage, unter Absorption von Licht in einem photosynthetischen Prozess wertvolle Biomasse aufzubauen. Aufgenommen wird dabei im Wesentlichen Wasser und Kohlendioxd, abgegeben wird Sauerstoff. Im Hinblick auf die Energieversorgung spielt die Verwendung der Algen als Treibstoff (Algal Biofuel), für die Biogasproduktion und die Fähigkeit der Algen zur Aufnahme von Kohlendioxid aus der Verbrennung eine Rolle. Im Vortrag werden die Grundlagen und Rahmenbedingungen für die technische Umsetzung dieser Möglichkeiten aufgezeigt und eine Bewertung der vorgeschlagenenen Verfahren versucht.

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Vorträge 2012

Prof. Dr. Peter Schleper "Das Higgs-Teichen - Eine Suche nach den Grenzen der Physik"

In unterirdischen Experimenten am CERN, dem europäischen Beschleunigungszentrum in Genf, wird derzeit fieberhaft nach einer außergewöhnlichen Vorhersage der Naturgesetze gesucht, dem Higgs-Teilchen. Im Vortrag wird anhand eine kleinen Reise durch die Quantenphyik und die Experimente die Suche nach diesem Teilchen und seine Bedeutung für die Physik erklärt.

Die Verstaltung bildet als Public Lecture den Auftakt zu einer Klausurtagung der Arbeitsgruppe "Neue Herausforderungen der Kosmologie", die vom 18. bis 20. April 2012 zum Thema "Implications of the Early LHC for Cosmology" am Hamburger DESY (Deutsches Elektronen-Synchrotron) stattfindet.

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Akademievorlesungsreihe November 2011 bis Februar 2012 "Deutschland und Europa: Wächst zusammen, was zusammen gehört?"

Prof. Dr. Anja Pistor-Hatam "Deutschland in Europa: Visionen von Vielfalt und Verständigung in Deutschland"

Der Vortrag stellt die Frage, inwiefern "der Islam" tatsächlich "zu Deutschland gehört" (Christian Wulff) - als Relgion, als Synonym für eine durch vielfältige Kulturen geprägte Zivilisation oder durch die Menschen, die sich dieser Religion zughörig fühlen? Spätestens nach dem Massaker von Utoya im Juli 2011 ist deutlich geworden, wie dringend wir eine "Kultur der Verständigung" als Rahmen für eine aufgeklärte Diskussionskultur in Deutschland und Europa benötigen. Denn Hasstiraden im Netz, aber auch die aus der bürgerlichen Mitte kommenden sogenannten "Islamkritischen" schüren nicht nur den Hass gegen den Islam, sondern vor allem gegen ein tolerantes, weltoffenes Europa, wenn man ihnen nicht laut und deutlich widerspricht.

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Prof. Dr. Dr. h. c. Friedrich Wilhelm Graf "Ganz viele Sonderwege. Religiöse Vielfalt in Deutschland und Europa"

In nichts unterscheiden sich die europäischen Gesellschaften so sehr wie in ihren Religionskulturen. Neben stark durch eine einzige christliche Konfession geprägten Gesellschaften leben in anderen seit dem 16. Jahrhundert Christen unterschiedlicher Konfessionen in spannungsreicher Koexistenz miteinander. Seit dem 19. Jahrhundert lassen sich vielfältige neue religiöse Konstellationen beobachten. Einwanderungen von Menschen aus dominant nicht-christlichen Gesellschaften haben die religiöse Signatur Deutschlands und Europas seit den 1960er Jahren abermals tiefgreifend verändert. Daraus resultieren neue Spannungen und religionsrechtliche Herausforderungen.

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Prof. Dr. Dan Diner "Wegstrecken europäischer Gedächtnisse: Vom Nachkrieg bis zur Gegenwart"

Der Vortrag will den Entwicklungsweg der politischen Gedächtnisse Europas vor dem Hintergrund der Erinnerung des I., vornehmlich aber des II. Weltkrieges in ihrer Verschiedenheit zum Thema machen. Dabei wird es darum gehen, Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede herauszustellen, um darüber die Richtung einer vergleichenden europäischen Gedächtnisgeschichte mit Deutschland im Zentrum anzuzeigen.

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Prof. Dr. Michael Borgolte "Krisen des Mittelalters? Zerstörung und Aufbau historischer Identitäten in Zeiten der Europäisierung und Globalisierung"

Die Gesellschaft in Deutschland muss sich auf einen Wandel ihres Geschichtsbildes einstellen, der von der offenbar unaufhaltsamen Dynamik der Globalisierung bestimmt wird. Durch ihre Lage in der Mitte Europas konnten die Deutschen im Mittelalter weniger an transkontinentalen Netzwerken partizipieren als ihre Nachbarn; diese Erfahrung der Vergangenheit muss selbstverständlich nicht unser künftiges Verhalten determinieren, aber unser neues Bild vom Mittelalter wird vielleicht mehr denn je die europäischen Bindungen der Deutschen akzentuieren und uns vor die Frage stellen, ob und wie wir das Potentail dieser Nahbeziehungen zu nutzen verstehen.

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Prof. Dr. Gabriele Clemens "Die deutsche Frage und Europa"

Die Lösung der deutschen Frage und die Entwicklung des europäischen Integrationsprozesses nach dem Zweiten Weltkrief waren untrennbar miteinander verbunden. Der Vortrag thematisiert diese wechselseitige Beziehung und deren Auswirkungen auf die deutsche Europapolitik bis in die Gegenwart.

Zur Audio-Aufzeichnung            Vortrag

Prof. Dr. Heimo Reinitzer, Hamburg "EUtopia - Wo liegt Europa?"

Die Sehnsucht nach Europa artikulierte sich in der Vergangenheit nach Katastrophen: Die Zerstörung des Heiligen Römischen Reichs, den Folgen der beiden Weltkriege. Europa heute ist so konkret wie noch nie. Parlament, Gerichtshof und Währungsunion ist den einen aber zu wenig, den anderen viel zu viel. Wo liegt Europa und wo wir in ihm?

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Vortrag und Podiumsdiskussion "Personalisierte Medizin" am 1. Dezember 2011 im Wissenschaftjahr 2011 - Gesundheitsforschung

Die Veranstaltung wird im einleitenden Vortrag auf den aktuellen Stand der Forschung zur Personalisierten Medizin eingehen. Anschließend werden auf dem Podium deren gegenwärtige wie zukünftige Möglichkeiten und Grenzen diskutiert.

Vortrag: Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Greifwald "Personalisierte Medizin"

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Podiumsteilnehmer:
Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Greifswald, Leiter der Abteilung Allgemeine Pharmakologie und Dekan der Medizinischen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Prof. Dr. Ansgar W. Lohse, Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Dr. Frank Verheyen, Direktor des Wissenschaftlichen Instituts der Techniker Krankenkasse, Hamburg

Moderation:
Martin Meister, Chefredakteur GEO International

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Podiumsdiskussion: "Warum tut keiner was gegen den Klimawandel?", 19. Mai 2011

Podiumsteilnehmer:
Prof. Dr. Michael Brzoska, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg
Prof. Dr. Mojib Latif, Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel
Prof. Dr. Irene Neverla, Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, Universität Hamburg
Prof. Dr. Beate Ratter, Institut für Geographie, Universität Hamburg

Moderation:
Verana Gonsch, NDR Info, Hamburg

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Akademievorlesungsreihe April bis Juni 2011 "Am Gelde hängt doch alles..." 

Prof. Dr. Dietrich Dörner, Bamberg "Über die Schwierigkeiten im Umgang mit Komplexität"

Politisches Handeln, ökonomisches Handeln, Handeln in ökologischen Kontexten, das Handeln im Kriege, ist dadurch gekennzeichnet, dass das Handeln in großer Komplexität stattfindet. Die Fehler, die wir in komplexen Situationen machen, sind oft darauf zurückzuführen, dass wir unter bestimmten Bedingungen gewisse fatale psychische Tendenzen entwickeln. Wie diese wirken, führt der Vortrag aus.

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Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Frankfurt "Lehren aus der Finanzmarktkrise und Probleme ihrer Umsetzung"

Der Vortrag beginnt mit einem Rückblick auf die Finanzkrise nach 2007. Dabei wird deutlich, dass das Auftauchen des systemischen Risikos eine neuartige Erfahrung darstellt, die zahlreiche staatliche Rettungsaktionen ausgelöst hat. Der Referent prüft vor diesem Hintergrund, inwieweit das im Januar 2011 in Kraft getretene Restrukturierungsgesetz hier eine wirkungsvolle Lösung anbietet - oder ob wir uns daran gewöhnen müssen, weiterhin mit systemischen Finanzkrisen zu leben.

Zur Audio-Aufzeichnung         Präsentation zum Vortrag

Prof. Dennis J. Snower PhD, Kiel "Chancen und Risiken der Globalisierung"

Durch die Globalisierung sind in den letzten 30 Jahren 500 Millionen Menschen der extremen Armut entkommen. Zur gleichen Zeit entstanden globale Probleme (Klimawandel, Finanzkrisen, Rohstoffengpässe, Unsicherheiten in der Energieversorgung), die nur durch globale Kooperation bewältigt werden können. Die wichtigsten politischen und wirtschaftspolitischen Instrumente sind jedoch auf der nationalen Ebene angesiedelt. Der Vortrag befasst sich mit einigen Möglichkeiten, dies in den Griff zu bekommen.

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Akademievorlesungsreihe Oktober 2010 - Februar 2011 "Shanghai Express - China und die Moderne"

Prof. Dr. Michael Lackner, Erlangen "Ist 'weiter' auch 'besser'? Darwin und der Darwinismus in China" 

Der Vortrag beleuchtet die häufig eigenwillige Rezeption des Darwinismus im China des 20. Jahrhunderts. 'Evolution' und 'Fortschritt' werden zu Schlüsselbegriffen der chinesischen Aufklärung, für die besonders die Variante des Sozialdarwinismus eine bedeutende Rolle spielt.

Zur Audio-Aufzeichung      Vortrag       Hand-out zum Vortrag

Nikolaus Goetze, Partner bei gmp Hamburg "... und es bleibt spannend! 10 Jahre gmp in China"

Das Hamburger Architekturbür 'gmp von Gerkan, Marg und Partner' plant und baut mit heute 120 deutschen und chinesischen Mitarbeitern in Peking, Shanghai und Shenzhen und verantwortet seit nunmehr zehn Jahren mehr als 90 Bauaufgaben, private und öffentliche, darunter auch die anspruchvollsten: von der Satellitenstadt Lingang New City für 800.000 Einwohner bei Shanghai bis zum Nationalmuseum in Peking. Erfahrungen, Eindrücke und Perspektiven in China stehen im Mittelpunkt des Vortrags.

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Prof. Dr. Hans van Ess, München "Wie kompatibel sind Chinas Tradition und die Moderne?

Die Modernisierung der letzten dreißig Jahre hat aus einem zu 80 Prozent von Bauern bewohnten China die verlängerte Werkbank der Welt gemacht. Beschaulich anmutende Städte sind zu Metropolen geworden, die miteinander wetteifern, die Hauptstädte des zwanzigsten Jahrhunderts, New York und Chicago, in den Schatten zu stellen. Doch hat dieser Prozess tiefgreifende gesellschaftliche Verwerfungen mit sich gebracht. Als Heilmittel dagegen ruft man seit neuestem traditionelle chinesische Werte aus. Der lange verfemte Konfizius ist plötzlich in aller Munde. Doch vertragen sich Tradition und Moderne in China wirklich? Dieser Frage geht der Vortrag nach.

Zur Audio-Aufzeichnung      Bildmaterial zum Vortrag

Prof. Dr. Dieter Hassenpflug,Weimar "Der Körper des Drachen. Wie China seine Megastädte baut"

Das moderne China erfindet die chinesische Stadt neu - im Takt der Hyperurbanisierung und im Maßstab der Megastadt. Zugleich erscheint die neue chinesische Stadt als ein Hybrid von Einflüssen, die von außen und aus der eigenen Geschichte kommen. China, so zeigt die semiotisch geschulte Stadtlektüre, bleibt sich selbst in einem überraschendem Ausmaß treu. Eine Verwestlichung findet nicht statt.

Zur Audio-Aufzeichnung      Bildmaterial zum Vortrag