Akademievorlesungsreihe November 2011 bis Februar 2012 "Deutschland und Europa: Wächst zusammen, was zusammen gehört?"

Prof. Dr. Dr. h. c. Friedrich Wilhelm Graf "Ganz viele Sonderwege. Religiöse Vielfalt in Deutschland und Europa"

In nichts unterscheiden sich die europäischen Gesellschaften so sehr wie in ihren Religionskulturen. Neben stark durch eine einzige christliche Konfession geprägten Gesellschaften leben in anderen seit dem 16. Jahrhundert Christen unterschiedlicher Konfessionen in spannungsreicher Koexistenz miteinander. Seit dem 19. Jahrhundert lassen sich vielfältige neue religiöse Konstellationen beobachten. Einwanderungen von Menschen aus dominant nicht-christlichen Gesellschaften haben die religiöse Signatur Deutschlands und Europas seit den 1960er Jahren abermals tiefgreifend verändert. Daraus resultieren neue Spannungen und religionsrechtliche Herausforderungen.

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Prof. Dr. Dan Diner "Wegstrecken europäischer Gedächtnisse: Vom Nachkrieg bis zur Gegenwart"

Der Vortrag will den Entwicklungsweg der politischen Gedächtnisse Europas vor dem Hintergrund der Erinnerung des I., vornehmlich aber des II. Weltkrieges in ihrer Verschiedenheit zum Thema machen. Dabei wird es darum gehen, Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede herauszustellen, um darüber die Richtung einer vergleichenden europäischen Gedächtnisgeschichte mit Deutschland im Zentrum anzuzeigen.

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Prof. Dr. Michael Borgolte "Krisen des Mittelalters? Zerstörung und Aufbau historischer Identitäten in Zeiten der Europäisierung und Globalisierung"

Die Gesellschaft in Deutschland muss sich auf einen Wandel ihres Geschichtsbildes einstellen, der von der offenbar unaufhaltsamen Dynamik der Globalisierung bestimmt wird. Durch ihre Lage in der Mitte Europas konnten die Deutschen im Mittelalter weniger an transkontinentalen Netzwerken partizipieren als ihre Nachbarn; diese Erfahrung der Vergangenheit muss selbstverständlich nicht unser künftiges Verhalten determinieren, aber unser neues Bild vom Mittelalter wird vielleicht mehr denn je die europäischen Bindungen der Deutschen akzentuieren und uns vor die Frage stellen, ob und wie wir das Potentail dieser Nahbeziehungen zu nutzen verstehen.

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Prof. Dr. Gabriele Clemens "Die deutsche Frage und Europa"

Die Lösung der deutschen Frage und die Entwicklung des europäischen Integrationsprozesses nach dem Zweiten Weltkrief waren untrennbar miteinander verbunden. Der Vortrag thematisiert diese wechselseitige Beziehung und deren Auswirkungen auf die deutsche Europapolitik bis in die Gegenwart.

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Prof. Dr. Heimo Reinitzer, Hamburg "EUtopia - Wo liegt Europa?"

Die Sehnsucht nach Europa artikulierte sich in der Vergangenheit nach Katastrophen: Die Zerstörung des Heiligen Römischen Reichs, den Folgen der beiden Weltkriege. Europa heute ist so konkret wie noch nie. Parlament, Gerichtshof und Währungsunion ist den einen aber zu wenig, den anderen viel zu viel. Wo liegt Europa und wo wir in ihm?

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Vortrag und Podiumsdiskussion "Personalisierte Medizin", 1. Dezember 2011

Die Veranstaltung im Wissenschaftsjahr Gesundheitsforschung wird im einleitenden Vortrag auf den aktuellen Stand der Forschung zur Personalisierten Medizin eingehen. Anschließend werden auf dem Podium deren gegenwärtige wie zukünftige Möglichkeiten und Grenzen diskutiert.

Vortrag: Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Greifwald "Personalisierte Medizin"

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Podiumsteilnehmer:
Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Greifswald, Leiter der Abteilung Allgemeine Pharmakologie und Dekan der Medizinischen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Prof. Dr. Ansgar W. Lohse, Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Dr. Frank Verheyen, Direktor des Wissenschaftlichen Instituts der Techniker Krankenkasse, Hamburg

Moderation:
Martin Meister, Chefredakteur GEO International

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Podiumsdiskussion: "Warum tut keiner was gegen den Klimawandel?", 19. Mai 2011

Podiumsteilnehmer:
Prof. Dr. Michael Brzoska, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg
Prof. Dr. Mojib Latif, Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel
Prof. Dr. Irene Neverla, Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, Universität Hamburg
Prof. Dr. Beate Ratter, Institut für Geographie, Universität Hamburg

Moderation:
Verana Gonsch, NDR Info, Hamburg

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Akademievorlesungsreihe April bis Juni 2011 "Am Gelde hängt doch alles..." 

Prof. Dr. Dietrich Dörner, Bamberg "Über die Schwierigkeiten im Umgang mit Komplexität"

Politisches Handeln, ökonomisches Handeln, Handeln in ökologischen Kontexten, das Handeln im Kriege, ist dadurch gekennzeichnet, dass das Handeln in großer Komplexität stattfindet. Die Fehler, die wir in komplexen Situationen machen, sind oft darauf zurückzuführen, dass wir unter bestimmten Bedingungen gewisse fatale psychische Tendenzen entwickeln. Wie diese wirken, führt der Vortrag aus.

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Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Frankfurt "Lehren aus der Finanzmarktkrise und Probleme ihrer Umsetzung"

Der Vortrag beginnt mit einem Rückblick auf die Finanzkrise nach 2007. Dabei wird deutlich, dass das Auftauchen des systemischen Risikos eine neuartige Erfahrung darstellt, die zahlreiche staatliche Rettungsaktionen ausgelöst hat. Der Referent prüft vor diesem Hintergrund, inwieweit das im Januar 2011 in Kraft getretene Restrukturierungsgesetz hier eine wirkungsvolle Lösung anbietet - oder ob wir uns daran gewöhnen müssen, weiterhin mit systemischen Finanzkrisen zu leben.

Zur Audio-Aufzeichnung         Präsentation zum Vortrag

Prof. Dennis J. Snower PhD, Kiel "Chancen und Risiken der Globalisierung"

Durch die Globalisierung sind in den letzten 30 Jahren 500 Millionen Menschen der extremen Armut entkommen. Zur gleichen Zeit entstanden globale Probleme (Klimawandel, Finanzkrisen, Rohstoffengpässe, Unsicherheiten in der Energieversorgung), die nur durch globale Kooperation bewältigt werden können. Die wichtigsten politischen und wirtschaftspolitischen Instrumente sind jedoch auf der nationalen Ebene angesiedelt. Der Vortrag befasst sich mit einigen Möglichkeiten, dies in den Griff zu bekommen.

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Akademievorlesungsreihe Oktober 2010 - Februar 2011 "Shanghai Express - China und die Moderne"

Prof. Dr. Michael Lackner, Erlangen "Ist 'weiter' auch 'besser'? Darwin und der Darwinismus in China" 

Der Vortrag beleuchtet die häufig eigenwillige Rezeption des Darwinismus im China des 20. Jahrhunderts. 'Evolution' und 'Fortschritt' werden zu Schlüsselbegriffen der chinesischen Aufklärung, für die besonders die Variante des Sozialdarwinismus eine bedeutende Rolle spielt.

Zur Audio-Aufzeichung      Vortrag       Hand-out zum Vortrag

Nikolaus Goetze, Partner bei gmp Hamburg "... und es bleibt spannend! 10 Jahre gmp in China"

Das Hamburger Architekturbür 'gmp von Gerkan, Marg und Partner' plant und baut mit heute 120 deutschen und chinesischen Mitarbeitern in Peking, Shanghai und Shenzhen und verantwortet seit nunmehr zehn Jahren mehr als 90 Bauaufgaben, private und öffentliche, darunter auch die anspruchvollsten: von der Satellitenstadt Lingang New City für 800.000 Einwohner bei Shanghai bis zum Nationalmuseum in Peking. Erfahrungen, Eindrücke und Perspektiven in China stehen im Mittelpunkt des Vortrags.

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Prof. Dr. Hans van Ess, München "Wie kompatibel sind Chinas Tradition und die Moderne?

Die Modernisierung der letzten dreißig Jahre hat aus einem zu 80 Prozent von Bauern bewohnten China die verlängerte Werkbank der Welt gemacht. Beschaulich anmutende Städte sind zu Metropolen geworden, die miteinander wetteifern, die Hauptstädte des zwanzigsten Jahrhunderts, New York und Chicago, in den Schatten zu stellen. Doch hat dieser Prozess tiefgreifende gesellschaftliche Verwerfungen mit sich gebracht. Als Heilmittel dagegen ruft man seit neuestem traditionelle chinesische Werte aus. Der lange verfemte Konfizius ist plötzlich in aller Munde. Doch vertragen sich Tradition und Moderne in China wirklich? Dieser Frage geht der Vortrag nach.

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Prof. Dr. Dieter Hassenpflug,Weimar "Der Körper des Drachen. Wie China seine Megastädte baut"

Das moderne China erfindet die chinesische Stadt neu - im Takt der Hyperurbanisierung und im Maßstab der Megastadt. Zugleich erscheint die neue chinesische Stadt als ein Hybrid von Einflüssen, die von außen und aus der eigenen Geschichte kommen. China, so zeigt die semiotisch geschulte Stadtlektüre, bleibt sich selbst in einem überraschendem Ausmaß treu. Eine Verwestlichung findet nicht statt.

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