Runder Tisch Antibiotika-Forschung

Einer steigenden Zahl an Infektionen durch Antibiotika-resistente Bakterien stehen weltweit immer weniger wirksame Antibiotika gegenüber. Damit ist die erfolgreiche Behandlung infizierter Patienten zunehmend schwierig. Eines der Hemmnisse im Kampf gegen resistente Bakterien sind Defizite bei der Entwicklung neuer Antibiotika. Um hier Lösungsstrategien zu entwickeln, haben die Akademie der Wissenschaften in Hamburg und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina einen Runden Tisch Antibiotika-Forschung mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft ins Leben gerufen.

Hintergrund des Runden Tisches ist die Stellungnahme „Antibiotika-Forschung: Probleme und Perspektiven", die die beiden Akademien Anfang des Jahres 2013 auf der Grundlage der Ergebnisse eines gemeinsamen Workshops in Lübeck gemeinsam veröffentlicht haben. Die Experten empfehlen darin unter anderem, ein Gremium einzurichten, das alle relevanten Partner zusammenbringt.
Das weltweite Auftreten von Antibiotika-Resistenzen gehört nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den größten Gefahren für die menschliche Gesundheit. Schätzungen gehen jährlich von rund 25.000 Patienten allein innerhalb der EU aus, die an den Folgen einer Infektion mit Antibiotika-resistenten Bakterien sterben.

Die Stellungnahme "Antibiotika-Forschung: Probleme und Perspektiven" ist als eBook frei zugänglich.

Der erste Runde Tisch kam am 13. November 2013 in Berlin zusammen. Inhaltliche Schwerpunkte waren der Stand der Antibiotika-Forschung und Ansätze für die Entwicklung neuer Antibiotika.

Teilnehmer Runder Tisch Antibiotika-Forschung I, 13. November 2013, Berlin

In zwei Anschlussworkshops im Frühjahr 2014 wurden das Verhältnis zwischen Human- und Veterinärmedizin sowie Hemmnisse und Lösungen für die Entwicklung neuer Antibiotika vertieft behandelt:

Workshop „Antibiotikaeinsatz und Resistenzentwicklung in der Human‐ und Veterinärmedizin – Fakten und (Vor-)Urteile
Hamburg, 14. März 2014
Dokumentation der Ergebnisse

Workshop „Antibiotika: Grenzen der Entwicklung
Halle, 15. April 2014
Dokumentation der Ergebnisse

Am 27. März 2015 fand in Berlin der zweite Runde Tisch Antibiotika-Forschung statt. Im Mittelpunkt der dortigen Diskussionen standen die Ergebnisse der beiden Workshops in 2014, Fragen der Aus- und Weiterbildung sowie die Weiterentwicklung der Forschungsagenda.

Teilnehmer Runder Tisch Antibiotika-Forschung II, 27. März 2015, Berlin

Zum dritten und vorläufig letzten Mal traf sich der Runde Tisch vom 12. bis zum 13. Mai 2016 in Lübeck zum Thema "Fünf Jahre danach: Was hat sich im Bereich der Antibiotika-Forschung getan? Wo ist zukünftiger Bedarf?"

Teilnehmer Runder Tisch Antibiotika-Forschung III, 12. bis 13. Mai 2016, Lübeck

Fünf Jahre nach dem allerersten gemeinsamen Workshop zum Thema legten die beiden Akademien im Anschluss daran ihre Arbeitsergebnisse als Diskussionspapier vor. Darin weisen sie auf eine Reihe von Punkten hin, welche aus Sicht der Wissenschaft nicht aus dem Blick geraten dürfen, wenn es um die Lösung des Antibiotika-Problems geht. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Aspekte, für die das Diskussionspapier eine Reihe von Lösungsansätzen vorschlägt: die in vielen Ländern zunehmende Resistenz von bakteriellen Infektionserregern gegen die verfügbaren Antibiotika und das Problem fehlender neuer Antibiotika.

Diskussionspapier "Antibiotika-Forschung - 5 Jahre danach" (August 2017)

Ansprechpartnerin

Dr. Elke Senne
Referentin für Forschung
Telefon: +49 40 42948669-20
E-Mail: elke.senne(at)awhamburg.de