AKTUELL: Ausschreibung zum Akademienprogramm 2024 veröffentlicht

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit abgeschlossener Promotion und institutioneller Anbindung in Deutschland können sich (als Einzelantragstellende oder zusammen mit einem oder mehreren Mitantragstellenden) ab sofort mit Langfristforschungsvorhaben auch bei der deutschen Akademie der Wissenschaften in Hamburg (Kontakt: Dr. Elke Senne, elke.senne(at)awhamburg.de, +49 40 42948669-20) um Mittel aus dem Akademienprogramm bewerben. Das Vorhaben muss in Ausrichtung, Umfang und Dauer den in der Ausschreibung genannten Voraussetzungen und Kriterien für die Antragstellung im Akademienprogramm entsprechen. 

Wir bitten um Beachtung des neuen Merkblatts zur formalen Gestaltung von Neuanträgen im Akademienprogramm.

Die Bewerbung von Wissenschaftlerinnen ist ausdrücklich erwünscht.

Fristende für die Einreichung eines Vorantrags für 2024 ist der 31. Januar 2022.

Der Vorantrag muss erkennen lassen:

  • das Projektkonzept,
  • die Notwendigkeit seiner langfristigen Verfolgung und
  • die geplante Durchführungsweise.

Die in der Ausschreibung gelisteten Angaben müssen enthalten sein.

Der/Die Antragsteller/in erkennt mit Antragstellung an, dass seine/ihre Daten im Zuge des Antragsverfahrens zweckgebunden verwendet und gespeichert werden. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf die entsprechenden Datenverarbeitungshinweis auf unserer Webseite.

Arbeit am Wissensspeicher des globalen kulturellen Erbes

Die Akademie betreut aktuell fünf wissenschaftliche Langzeitprojekte im Rahmen des Akademienprogramms:

• Das Langzeitvorhaben INEL erschließt indigene nordeurasische Sprachen, und zwar in digitalen empirischen Datensammlungen (Korpora). Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sichern so vom Aussterben bedrohte Sprachen.

• Das Langzeitvorhaben Formulae – Litterae – Chartae erforscht und ediert frühmittelalterliche Formulae, die als Vorlagen für Urkunden und Briefe die Vielfalt des gelehrten Schreibens im frühmittelalterlichen Westeuropa dokumentieren.

• Das Langzeitvorhaben Beta masaheft. Die Schriftkultur des christlichen Äthiopiens und Eritreas bereitet das Wissen über diese Handschriftenkultur systematisch und multimedial auf.

• Das Langzeitvorhaben Etymologika widmet sich griechisch-byzantinischen etymologischen Wörterbüchern als bedeutendsten lexikographischen Leistungen antiker und mittelalterlicher Wissensgeschichte in Europa.

• Das Langzeitvorhaben Entwicklung eines korpusbasierten elektronischen Wörterbuchs Deutsche Gebärdensprache hat zum Ziel, gebärdensprachliche Texte von Gehörlosen zu sammeln und in Teilen als Korpus der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen; ein Teil ist bereits auf Video-Basis online veröffentlicht.

Langzeitvorhaben im Akademienprogramm

Das Akademienprogramm ist das gemeinsame Forschungsprogramm der deutschen Wissenschaftsakademien und dient der Erschließung, Sicherung und Vergegenwärtigung unseres kulturellen Erbes. Es ist das größte geistes- und sozialwissenschaftliche Langfristforschungsprogramm Deutschlands und international einzigartig. Mit ihren langfristig angelegten Grundlagenforschungen leisten die Akademien einen unverzichtbaren Beitrag zur Dokumentation unseres kulturellen Gedächtnisses und zur Bildung nationaler wie transnationaler kultureller Identität. Seit 1979/80 wird das Akademienprogramm von Bund und Ländern gemeinsam finanziert. Im Jahr 2021 umfasst es ein Gesamtvolumen von 70,8 Millionen Euro für 132 Projekte mit rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 191 Arbeitsstellen . Mit den erarbeiteten Editionen, Wörterbüchern und Textcorpora schaffen die Akademien zentrale Wissensspeicher für die Zukunft, die Wissenschaft und Öffentlichkeit – zunehmend auch digital – zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften: Zum Akademienprogramm und zur Projektdatenbank des Akademienprogrammes

Eine Übersicht über alle Langzeitvorhaben im Akademienprogramm bietet AGATE – Forschungsinformationssystem der Wissenschaftsakademien:
Zum AGATE-Portal

"Die Langzeitvorhaben bedeuten Arbeit, Renommee, Strahlkraft und Verantwortung. Sie dienen der Erschließung, Bewahrung, Interpretation und Präsentation von Teilen des globalen kulturellen Erbes – sei es textlicher, bildlicher, plastischer, klanglicher oder baulicher Natur. Die Gebärdensprache ist darin ein Solitär, weil die mimisch-gestische 'Choreographie' sinnstiftender Bewegungen einzigartig ist."