Im konstruktiven Gespräch zu drängenden Fragen: "Akademie aktuell"

Zweimal im Jahr widmet sich die Akademie der Wissenschaften in Hamburg mit der neuen Veranstaltungsreihe “Akademie aktuell” einer Frage, die viele Menschen umtreibt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutieren in der Hansestadt jeweils mit versierten Köpfen aus Medien und Praxis.

"Was nun? Perspektiven und Chancen der Energieversorgung in Norddeutschland"

Akademie aktuell am 07. November 2022 im resonanzraum Hamburg

Energie ist in Europa knapp und teuer geworden. Solch ein Szenario war bisher undenkbar. Es belastet unsere gesamte Wirtschaft und die Privathaushalte gleichermaßen. Steigende Energiepreise wecken Befürchtungen für historische Höchststände der Inflation. Diese für alle spürbaren Effekte des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine stellen uns vor sehr große Herausforderungen. Insbesondere Deutschland war abhängig von einem Import fossiler Energieträger aus Russland – und hier vor allem abhängig von Erdgas für die Wärme- und Stromerzeugung sowie für die industrielle Produktion.  

Wie geht es jetzt weiter? Mit nach vorn gewandtem Blick entfaltete sich ein konstruktiver Dialog zu vielen zentralen Fragen. Angefangen bei der Bestandsaufnahme (Wie gut sind wir vorbereitet auf die aktuelle Energiekrise?) über Fragen der gesellschaftlichen Akzeptanz von Energiepreisen und Anstrengungen zur Klimaneutralität der Energieversorgung bis hin zu zentralen Aspekten der Energie-Zukunft und des Aufbaus von Multi-Energiesystemen, um eine Resilienz der Energiesysteme zu gewährleisten. Stets im Fokus der Diskussion: die Energieversorgung in Norddeutschland und insbesondere in Hamburg.

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Sendung: NDR Info Hintergrund | 12.11.2022 | 21:03 Uhr | von Birgit Langhammer

51 Min | Verfügbar bis 11.11.2027

Der nächste Winter scheint eine Bewährungsprobe für die Stabilität unserer Energieversorgung zu werden. Wie gut sind wir vorbereitet? Wie sieht unsere Energie-Zukunft aus? Wird grüner Wasserstoff alltäglich für alle? Kann man gleichzeitig eine Strom- und eine Wasserstoff-Infrastruktur aufbauen? Über diese und andere Fragen wurde in der Reihe „Akademie aktuell“ diskutiert.

Auf dem Podium: Martin Kaltschmitt, Professor für Umwelttechnik und Energiewirtschaft; die Wissenschaftsjournalistin Monika Rößiger und Autorin ("Die Wasserstoff-Wende. So funktioniert die Energie der Zukunft"); Detlef Schulz, Professor für Elektrische Energiesysteme und Anselm Sprandel, Leiter des Amtes für Energie und Klima in Hamburger Umweltbehörde.

Moderation: Birgit Langhammer, NDR Info

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Energiesicherheit in Norddeutschland durch Wasserstoff

Wasserstoff trägt als Teil einer Systemwende in der Energiewirtschaft wesentlich zur Energiesicherheit bei. Norddeutschland spielt dabei eine wichtige Vorreiterrolle. Das zeigte die Podiumsdiskussion in der Veranstaltungsreihe „Akademie aktuell“ der Akademie der Wissenschaften in Hamburg.

Zum Veranstaltungsbericht der Journalistin Christiane Schulzki-Haddouti

  • Die gegenwärtige Krise der Energieversorgung ist bedingt durch eine Preis- und eine Mengenkrise.
  • Der CO2-Preis wird hinsichtlich der bislang externalisierten Kosten steigen.
  • Für die Akzeptanz des Ziels Klimaneutralität ist es wichtig, dass sich Menschen an den Preisanstieg anpassen und an der Energiewende teilhaben können.
  • Hamburg erarbeitet für jedes Quartier Energie- und Wärmeangebote, die zum Ziel Klimaneutralität 2045 passen.
  • Wasserstoff ist ein wichtiger Bestandteil der Dekarbonisierungsstrategie.
  • Die Herausforderung besteht darin, die Wasserstoff-Verteil-Infrastruktur und die Strom-Infrastruktur deutlich auszubauen.
  • Überschussstrom ist geeignet, um mit Elektrolyseuren Wasserstoff-Energiespeicher aufzubauen – mit den Nebenprodukten Wärme und Sauerstoff.
  • Das Strommarktdesign muss eine multimodale Energieversorgung unterstützen.

In Kürze finden Sie hier eine Video-Dokumentation der Veranstaltung.