Langzeitprojekt DGS-Korpus mit Institutionenpreis Deutsche Sprache 2023 ausgezeichnet

Das Digitale Wörterbuch Deutsche Gebärdensprache, abgekürzt DW-DGS, hat den Institutionenpreis Deutsche Sprache 2023 erhalten. Im Kurhaus Baden-Baden verlieh die Eberhard-Schöck-Stiftung gemeinsam mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung den Preis an Vertreter des Forschungsprojekts DGS-Korpus. Der Preis würdigt damit die Arbeit des von der Akademie der Wissenschaften in Hamburg in Kooperation mit der Universität Hamburg durchgeführten Langzeitforschungsprojekts „Entwicklung eines korpusbasierten elektronischen Wörterbuchs Deutsche Gebärdensprache (DGS) - Deutsch (DGS-Korpus)“.

Lutz König und Gabriele Langer vom Institut für Deutsche Gebärdensprache an der Universität Hamburg nahmen den Institutionenpreis für das „Digitale Wörterbuch Deutsche Gebärdensprache“ (DW-DGS) entgegen. Die Laudatio sprach Prof. Dr. Johannes Hennies, Professor für Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg (links).

In der Pressemitteilung der Eberhard-Schöck-Stiftung heißt es: „Den undotierten Institutionenpreis Deutsche Sprache erhielt das ‚Digitale Wörterbuch Deutsche Gebärdensprache‘ (DW-DGS), das als Projekt der Akademie der Wissenschaften in Hamburg am Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser an der Universität Hamburg angesiedelt ist. Die Laudatio sprach Prof. Dr. Johannes Hennies, Professor für Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Er betonte, dass die DGS keine Varietät von gesprochenem und geschriebenem Deutsch, sondern eine unabhängige Sprache mit eigener Kulturgemeinschaft sei. ‚Dass dieses kulturelle Erbe nun in den Blick des Kulturpreises Deutsche Sprache genommen wird, hat auch über die Preisvergabe hinaus eine große gesellschaftliche Bedeutung‘, sagte er. Die DGS sei von der Gemeinschaft tauber Menschen gegen Widerstände über Jahrhunderte bewahrt, gepflegt und weitergegeben worden, habe aber lange nur wenig Akzeptanz in pädagogischen und wissenschaftlichen Institutionen gefunden. Hennies: ‚Das Projekt ‚Digitales Wörterbuch Deutsche Gebärdensprache‘ löst diese Probleme nun überzeugend und elegant.‘

Lutz König und Gabriele Langer vom Institut für Deutsche Gebärdensprache an der Universität Hamburg freuten sich, dass durch die Verleihung des Preises die Deutsche Gebärdensprache und deren Sprachgemeinschaft für einen Augenblick in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt sei, denn ‚DGS war über lange Zeit in den Schulen verboten und es war ein langer und schwieriger Weg, bis die DGS als eigenständige und vollwertige Sprache in Wissenschaft und Gesellschaft Anerkennung gefunden hat‘. Ihr besonderer Dank galt den 330 tauben Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich mit ihrer Sprache und ihren Geschichten in Vertretung ihrer Gebärdensprachgemeinschaft für das Projekt haben filmen lassen und damit ihre Sprache im Wörterbuch repräsentieren.

Prof. Dr. Mojib Latif, Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg: „Der Preis für dieses innovative Wörterbuch zeigt die Wichtigkeit der Wissenschaftsakademien in den Geistes- und Kulturwissenschaften.“

Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg betreut aktuell sechs wissenschaftliche Langzeitprojekte im Rahmen des Akademienprogramms.

Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird seit 2001 von der Eberhard-Schöck-Stiftung verliehen, 2023 erstmals gemeinsam mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Ausgezeichnet werden Personen, Institutionen und Initiativen, die sich in besonderem Maße um die deutsche Sprache verdient gemacht haben.

Weitere Informationen unter www.kulturpreis-deutsche-sprache.de

Langzeitvorhaben „Entwicklung eines korpusbasierten elektronischen Wörterbuchs Deutsche Gebärdensprache (DGS) - Deutsch (DGS-Korpus)“

Ansprechpartnerin

Dagmar Penzlin
Referentin für Kommunikation 
Telefon +49 40 42948669-24
E-Mail dagmar.penzlin(at)awhamburg.de

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