„Wissenschaft und Öffentlichkeit in der Krise?“ Mit dieser Frage hat der Makrosoziologe Prof. Dr. Steffen Mau seinen Impulsvortrag für das Festkolloquium zum Thema „Wissenschaft für die Gesellschaft“ überschrieben. In dem Vortrag spürt er den Folgen nach, die zu beobachten sind, wenn Wissenschaftskommunikation grundsätzlich erwartet wird. Also, wenn, wie Mau es beschreibt, jede Wissenschaftlerin, jeder Wissenschaftler in der Pflicht stehe, eigene Forschung zu kommunizieren. Zumal viele Fördergelder davon abhingen. Mit der öffentlichen Kommunikation von Wissenschaft öffne sich laut Mau die Tür für – Zitat – „kritische Urteilsbildung über die Wissenschaft selbst“, und zwar nicht nach wissenschaftlich anerkannten Kriterien. Nach seinen Worten führe das auch zur „Delegitimierung und Entzauberung der Wissenschaft“. Zugleich möchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht am Rande stehen, sondern sich einbringen. Worauf es dabei ankommt, erläutert Steffen Mau am Ende seines Vortrags.
Impulsvortrag III: „Wissenschaft und Öffentlichkeit in der Krise?“
Prof. Dr. Steffen Mau, Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften, Göttingen
Moderation: Dr. Jan-Martin Wiarda, Journalist für Bildung und Wissenschaft
Festkolloquium „Wissenschaft für die Gesellschaft“ aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, Mitschnitt vom 16. Oktober 2025 im Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky