Küstenschutz durch Forschung stärken
Maßnahmen zum Küstenschutz gehören in den norddeutschen Bundesländern zur Daseinsvorsorge gegen Überflutungen und Küstenerosion. Das galt nicht nur in der Vergangenheit, sondern gilt in besonderem Maße auch für die Zukunft: Bis Ende des 21. Jahrhunderts könnte sich als Folge des Klimawandels der Meeresspiegel – je nach zugrunde gelegtem Berechnungsmodell – um 30 Zentimeter bis knapp einen Meter erhöhen. Unter den deutschen Regionalakademien ist die Akademie der Wissenschaften in Hamburg wegen ihrer Nähe zu Nord- und Ostsee in besonderem Maß prädestiniert, sich mit Fragen des Küstenschutzes zu beschäftigen. Das Thema verbindet die küstennahen Universitäten in Bremen, Flensburg, Greifswald, Hamburg, Kiel, Lübeck, Rostock und Stralsund, die im Einzugsbereich der Akademie liegen.
Zielsetzung der Arbeitsgruppe „Küstenschutz“
- Maßnahmen und Fragestellungen zum Küstenschutz an Nord- und Ostsee aus den Perspektiven unterschiedlicher relevanter Fachdisziplinen erörtern und international vergleichen
- Vermittlung der Forschungsergebnisse an eine breitere Öffentlichkeit – besonders an unmittelbar von Fragen des Küstenschutzes Betroffene
- Dialogorientierte Vortragsreihen zum Thema „Küstenschutz“ an Nord- und Ostsee organisieren
- Mit baltischen Akademien zu Küstenschutz-Themen vernetzen
Projektbeschreibung
Ein Meeresspiegelanstieg bis Ende des 21. Jahrhunderts um bis zu einem Meter hätte auch Folgen für künftige Sturmfluten. Sie könnten in der Nordsee bis zu über einen Meter höher auflaufen als beispielsweise die schwere Sturmflut im Februar 1962. Bei solch hohen Wasserständen würde das Gebiet, das vor Nordseesturmfluten zu schützen ist, von derzeit etwa 10.800 Quadratkilometern um etwa zehn Prozent größer werden. Durch die besonders stark vertretenen Westwinde wäre vor allem die Nordseeküste Schleswig-Holsteins betroffen.
Küstenschutz ist aber auch an der Ostsee notwendig. Das zeigte etwa das „Ostseesturmhochwasser“ vom 12. auf den 13. November 1872, das mehr als 250 Menschenleben forderte, oder in jüngster Zeit das Ostseesturmhochwasser vom 20. auf den 21. Oktober 2023, das als die schwerste Flut der letzten 150 Jahre gilt. Die Schäden waren enorm. In Schleswig-Holstein wurden sie auf rund 200 Millionen Euro allein für die öffentliche Hand geschätzt. In der Ostsee könnten bis zum Ende des 21. Jahrhunderts Sturmfluten im Vergleich zur Sturmflut vom 12. November 1872 durch den Meeresspiegelanstieg bis zu 80 Zentimeter höher auflaufen.
Perspektiven und Rückblick
- Frühjahr 2028: Fachübergreifender öffentlicher Workshop zur Präsentation der bisher erreichten Ergebnisse
- Wintersemester 2027: Akademievorlesungsreihe zum Thema „Küstenschutz“
- Herbst 2026 / Frühjahr 2027: Workshop für Fachwissenschaftler einschlägiger Disziplinen
- Gründung der Arbeitsgruppe im Novmber 2025