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26 Mär 26

Recht ohne Gerechtigkeit? Das Privatrecht im globalen Kapitalismus

Vortrag von Prof. Dr. Katharina Pistor

Globaler Handel und transnationale Investitionen finden nicht in einem rechtsfreien Raum statt. Diese Transaktionen werden durch Vertrags-, Eigentums- sowie Unternehmensrecht ermöglicht, die Teile der nationalen Privatrechtsordnungen sind. Die globale Wirkung nationalen Rechts beruht auf der Akzeptanz der freien Rechtswahl durch die Wirtschaftsakteure. Der Preis hierfür ist, dass das Recht normativ sowohl vom Ursprungs- als auch vom Anwendungsland entkoppelt wird: es wird zum Instrument ohne normative Absicherung, zum Recht ohne Gerechtigkeit. Dies ist nicht neu. Im Zeitalter des Kolonialismus wurde das Privatrecht der Kolonialherren in die Kolonien exportiert und diente dort als Grundlage und Legitimation wirtschaftlicher Ausbeutung. Für eine Neuorientierung des globalen Wirtschaftsrechts müssten zwei Bedingungen erfüllt werden: Zum einen sollte das gewählte Recht nur durchgesetzt werden, wenn es mit den grundlegenden Regeln des Landes übereinstimmt, in dem es angewendet wird. Des Weiteren müsste das Privatrecht an die Grundnormen demokratischer Verfassungen angepasst werden.

Katharina Pistor ist seit 2001 Professorin für Comparative Law/Rechtsvergleichung an der Columbia Law School in New York, USA, und Direktorin des Zentrums für globale Transformation des Rechts. Nach dem Jurastudium in Freiburg und London legte sie in Hamburg ihr zweites juristisches Staatsexamen ab. Ihre Dissertation schrieb sie in Harvard, nach der Promotion 1998 lehrte und forschte sie an verschiedenen Universitäten, z. B. in Deutschland, USA, Israel und UK. Ihre Forschungen zur internationalen Finanzmarktregulierung, zu Gesellschaftsrecht, Eigentumsrecht sowie Rechtsvergleichung und Rechtsinstitutionen im globalen Kontext wurden vielfach ausgezeichnet. 2021 wurde Katharina Pistor zum auswärtigen Mitglied der Academia Europaea berufen.

Vortrag: Prof. Dr. Katharina Pistor
Professorin für Rechtsvergleichung an der Columbia Law School, N.Y., und Direktorin des Zentrums für globale Transformation des Rechts.

Moderation: Prof. Dr. Anna Margaretha Horatschek
Professorin für Englische Literaturwissenschaft und Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg

Donnerstag, 26. März 2026 um 19:00 Uhr
im Gartensaal des Hotels Baseler Hof,
Esplanade 15, 20354 Hamburg

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
Für die Teilnahme im Baseler Hof ist eine Anmeldung erforderlich unter veranstaltungen@awhamburg.de
Sie erhalten von uns eine Bestätigung.

26.03.2026 um 19:00

Anmeldung bitte unter

veranstaltungen@awhamburg.de

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