Zerstörung und Diaspora. Globale Konsequenzen der NS-Verfolgung für die Musikgeschichte
Mit der Verfolgung von Musikern und Musikerinnen durch das NS-Regime rissen in Europa viele künstlerische Entwicklungen ab. Durch das Exil verbreitete sich aber auch musikalische Kompetenz weltweit. In vielen Zufluchtsländern kam es zu produktiven Wechselbeziehungen mit den einheimischen Musikkulturen. Nach 1945 fanden, zum Teil durch das Exil stark verwandelt, auch künstlerische Ideen den Weg zurück. Infolgedessen sind die langfristigen Folgen der NS-Herrschaft für die Musik, wie in dem Vortrag an ausgewählten Beispielen gezeigt wird, am besten aus einer globalgeschichtlichen Perspektive zu erkennen.
Der Terror des NS-Regimes hat massiv, dauerhaft und weltweit auf das immaterielle Kulturgut Musik eingewirkt. Zu den Zielen des Forschungsprojekts „NS-Verfolgung und Musikgeschichte“ gehört es, zu rekonstruieren, welchen Beitrag Verfolgte zum Musikleben der Zwischenkriegszeit geleistet haben und das Wirken der vertriebenen Musikerinnen und Musiker an den wichtigsten Zielorten zu erschließen. Die Erkenntnisse daraus werden in das Online-Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit (LexM) einfließen.
Vortrag: Prof. Dr. Friedrich Geiger
Professor für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater München und Leiter des Langzeitvorhabens „NS-Verfolgung und Musikgeschichte. Revisionen aus biographischer und geographischer Perspektive“.
Moderation: Prof. Dr. Siegfried Oechsle
Seniorprofessor für Historische Musikwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg
Donnerstag, 15. Januar 2026 um 19:00 Uhr
im Vortragsraum der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
Von-Melle-Park 3, 20146 Hamburg
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
Für die Teilnahme vor Ort ist eine Anmeldung erforderlich unter veranstaltungen@awhamburg.de
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