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22/2026 Akademie der Wissenschaften in Hamburg begrüßt sechs neue Mitglieder

Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg hat sechs neue Ordentliche Mitglieder zugewählt. Die Neuberufenen forschen unter anderem zu Immunregulation, Demokratietheorie und Diktatur-Geschichte ebenso wie zu den Ursachen von Finanzkrisen, der Ethik in der Informationstechnologie und zum Recht der Verkehrswende. Der Akademie gehören aktuell 146 herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen an. Akademiepräsident Prof. Dr. Mojib Latif verleiht den neuen Mitgliedern ihre Aufnahmeurkunde bei der Jahresfeier der Akademie am 26. November 2026 in Hamburg.

Die neuen Mitglieder 2026 sind (obere Reihe von links) Prof. Dr. Samuel Huber, Prof. Dr. Moritz Schularick, Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner und (untere Reihe von links) Prof. Dr. Ulf Schmidt, Prof. Dr. Peter Niesen, Prof. Dr. Judith Simon.

Die neuen Mitglieder:

  • Prof. Dr. Samuel Huber, Gastroenterologie – Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • Prof. Dr. Peter Niesen, Politische Theorie – Universität Hamburg
  • Prof. Dr. Ulf Schmidt, Neuere und Neuste Geschichte – Universität Hamburg
  • Prof. Dr. Moritz Schularick, Makroökonomie – Kiel Institut für Weltwirtschaft
  • Prof. Dr. Judith Simon, Ethik in der Informationstechnologie – Universität Hamburg 
  • Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner, Rechtswissenschaften – Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg

Kurzbiographien der neuen Mitglieder

Prof. Dr. Samuel Huber
Samuel Huber ist seit 2019 Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Immunregulation des Darms, entzündlichen Darmerkrankungen und entzündungsassoziierter Tumorentwicklung. Huber ist Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie sowie für Innere Medizin und Infektiologie mit der Zusatzbezeichnung Immunologie und Transplantationsmedizin.

Nach dem Studium der Humanmedizin an den Universtäten Ulm, Heidelberg und Mainz folgte 2006 die Promotion zum Dr. med. an der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Es folgten bis 2016 fachärztliche Weiterbildung und Spezialisierung an der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, seit 2013 leitet er dort die Sektion Molekulare Immunologie und Gastroenterologie. Von 2008 bis 2012 war Samuel Huber auch Affiliated Researcher am Department of Immunobiology, School of Medicine, an der Yale University in den USA. Er hatte von 2013 bis 2017 die Stiftungsprofessur (Hofschneider-Professur) für Molekulare Medizin am UKE inne, von 2018 bis 2022 schließlich dort die Heisenberg-Professur für intestinale Immunologie.

Zum Mitgliedsprofil: https://www.awhamburg.de/mitglieder/ordentliche-mitglieder/detail/prof-dr-med-samuel-huber.html 

Prof. Dr. Peter Niesen
Nach dem Studium der Philosophie und Gesellschaftswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und am St. John’s College, Universität Oxford, folgte die Promotion 1998 und die Habilitation 2005 an der Goethe-Universität bei Jürgen Habermas und Ingeborg Maus. Peter Niesen arbeitete von 2006 bis 2013 als Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Technischen Universität Darmstadt, bevor er 2013 die Professur für Politische Theorie an der Universität Hamburg übernommen hat.

2007 war er Gründungsmitglied des Exzellenzclusters „Herausbildung normativer Ordnungen“ in Frankfurt am Main und Darmstadt. Von 2017 bis 2024 wirkte er als Sprecher der Sektion für Politische Theorie in der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW), seit 2023 ist Peter Niesen Präsident der Gesellschaft für Utilitarismusstudien. Forschungsaufenthalte führten ihn an die Universitäten von Harvard, Lyon II, Montréal und ans University College London. Gastprofessuren hatte er an der University of Iceland, der Fudan University und London School of Economics inne. Peter Niesen veröffentlichte Publikationen zu Immanuel Kant und Jeremy Bentham ebenso wie zur Demokratie- und Verfassungstheorie. Zuletzt erschien das Oxford Handbook of Constituent Power (Oxford University Press 2026, hg. mit Markus Patberg und Lucia Rubinelli).

Zum Mitgliedsprofil: https://www.awhamburg.de/mitglieder/ordentliche-mitglieder/detail/prof-dr-peter-niesen.html

Prof. Dr. Ulf Schmidt
Ulf Schmidt ist Nukleus-Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Hamburg, Direktor des Centre for the Study of Health, Ethics, and Society sowie Fellow der britischen Royal Historical Society. 1997 promovierte er in Modern History an der University of Oxford. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Geschichte der modernen Medizinethik und der Menschenrechte, der Medizin- und Wissenschaftsgeschichte, der deutschen und europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts sowie der Geschichte der nichtkonventionellen Kriegsführung und politischer Entscheidungsprozesse in Europa und in den Vereinigten Staaten. Ein besonderes Interesse gilt der Geschichte von Diktatur und Demokratie.

Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem Justice at Nuremberg: Leo Alexander and the Nazi Doctors’ Trial (Palgrave Macmillan, 2004), Karl Brandt: The Nazi Doctor. Medicine and Power in the Third Reich (Continuum, 2007) und Secret Science. A Century of Poison Warfare and Human Experiments (OUP, 2015). Darüber hinaus war er Mitherausgeber von Propaganda and Conflict: War, Media and the Shaping of the Twentieth Century (Bloomsbury, 2019) sowie von Ethical Research: The Declaration of Helsinki, and the Past, Present, and Future of Human Experimentation (OUP, 2020).

Zuletzt gab er gemeinsam mit anderen die Open-Access-Bände Thirty Years of the Chemical Weapons Convention (CWC). Histories, Achievements, Challenges (Springer, 2026) und Rethinking Cooperation in Cold War Europe. Difficult Friendships across the “Nylon Curtain” (Bloomsbury, London, 2026, im Druck) heraus. Er ist Principal Investigator des ERC-Synergy-Grants zum Thema “Taming the European Leviathan: The Legacy of Post-War Medicine and the Common Good”.

Zum Mitgliedsprofil: https://www.awhamburg.de/mitglieder/ordentliche-mitglieder/detail/prof-dr-ulf-schmidt.html

Prof. Dr. Moritz Schularick
Moritz Schularick ist seit Juni 2023 Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft und Professor für Makroökonomie an Sciences Po in Paris und an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Er ist Ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Preisträger des Leibniz-Preises (2022), Deutschlands wichtigstem Forschungspreis, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vergeben wird. Im Jahr 2018 erhielt er den Gossen-Preis des Vereins für Socialpolitik, die wichtigste Auszeichnung deutscher Volkswirte. In seiner Forschung beschäftigt sich Moritz Schularick mit Geoökonomik und internationalen Finanzmärkten, mit Fragen der Makroökonomie und den Ursachen von Finanzkrisen. Seine Aufsätze sind in führenden Fachzeitschriften wie American Economic Review, Quarterly Journal of Economics, Review of Economic Studies, Journal of Political Economy, Journal of Monetary Economics und dem Journal of International Economics erschienen. Seine Forschungen sind unter anderem vom European Research Council und der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert worden.

Vor seinem Ruf nach Kiel war Moritz Schularick Professor für Makroökonomie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn und Direktor des dortigen MacroFinance Labs. Im Laufe seiner akademischen Karriere forschte er unter anderem an der New York University, der University of Cambridge, der Freien Universität Berlin und in der Forschungsabteilung der Federal Reserve Bank of New York. Er studierte Volkswirtschaftslehre, Geschichte und Politikwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Promotion in Volkswirtschaftslehre erfolgte 2005 an der Freien Universität Berlin.

Zum Mitgliedsprofil: https://www.awhamburg.de/mitglieder/ordentliche-mitglieder/detail/prof-dr-moritz-schularick.html 

Prof. Dr. Judith Simon
Judith Simon ist seit 2017 Professorin für Ethik in der Informationstechnologie an der Universität Hamburg. Sie forscht zu ethischen, erkenntnistheoretischen und politischen Fragestellungen, welche sich durch digitale Technologien und künstliche Intelligenz ergeben sowie zur Philosophie des Vertrauens. Bis Juni 2026 war sie stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrats. Im selben Monat wurde sie in das AI Act Scientific Panel der Europäischen Kommission berufen.

Judith Simon studierte Psychologie, Philosophie sowie Englische und Deutsche Literatur- und Sprachwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg, der Wilfrid Laurier University in Ontario (Kanada) und an der Freien Universität Berlin Psychologie. Nach ihrem Diplom-Abschluss promovierte sie in Philosophie an der Universität Wien. Von 2003 bis 2005 arbeitete Simon als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungszentrums Jülich in der Forschungsgruppe „Bioethik“ (in Kooperation mit dem MDC Berlin), bevor sie von 2005 bis 2009 als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe „Wissenschaftsphilosophie: Kulturen und Technologien des Wissens“ an der Universität Wien tätig war. Als Postdoktorandin am Institut Jean Nicod (École Normale Supérieure) in Paris untersuchte sie Veränderungen in der Forschung und im wissenschaftlichen Publizieren aufgrund von Web-2.0-Technologien (EU-FET-Open-Projekt „LiquidPublications“). Von 2011 bis 2014 arbeitete sie als Wissenschaftlerin am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse des Karlsruher Instituts für Technologie und leitete zugleich das FWF-Forschungsprojekt „Epistemisches Vertrauen in Sozio-Technischen Systemen“ an der Universität Wien. Von 2014 bis 2017 war sie Associate Professor for Philosophy of Science and Technology an der IT University of Copenhagen.

Judith Simon forschte als Gast an der Universität Ljubljana, der Stanford University, der Universität Trient, dem Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (CSIC-IIIA) in Barcelona, der University of Edinburgh, der University of Toronto und der Cornell Tech. In 2019 / 2020 war sie Bauhaus-Gastprofessorin der Bauhaus Universität Weimar. Im Jahr 2013 erhielt Judith Simon den Herbert-A.-Simon-Preis der International Association of Computing and Philosophy (IACAP) für herausragende Forschung im Bereich Philosophie und Informatik.

Zum Mitgliedsprofil: https://www.awhamburg.de/mitglieder/ordentliche-mitglieder/detail/prof-dr-judith-simon.html

Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner
Dana-Sophia Valentiner ist Professorin für Öffentliches Recht mit einem Schwerpunkt im öffentlichen Wirtschaftsrecht und Recht der Transformation an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg. Zuvor war sie Juniorprofessorin für Öffentliches Recht an der Universität Rostock.

Sie studierte Rechtswissenschaft und Genderkompetenz in Hamburg und wurde dort mit einer Arbeit zum Grundrecht auf sexuelle Selbstbestimmung promoviert. Ihre Dissertation wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Elise-Reimarus-Preis der Akademie der Wissenschaften in Hamburg. Forschungsaufenthalte führten sie an das Kent Centre for Law, Gender and Sexuality der University of Kent und an das Centre for Socio-Legal Studies der University of Oxford. Von 2021 bis 2023 war sie Young Academy Fellow (YAF) der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, von 2023 bis 2026 assoziiert als YAF. Seit dem 30. September 2026 ist Valentiner Mitglied im Vorstand der Akademie der Wissenschaften in Hamburg.

Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Verfassungs- und Verwaltungsrecht, insbesondere im Recht der sozial-ökologischen Transformation und in den Legal Gender Studies. Sie forscht zum Recht der Verkehrswende sowie zu Rechtsfragen von Familie, Reproduktion und Sexualität und ist Co-Leiterin des interdisziplinären Forschungsnetzwerks ReproGerecht. Sie engagiert sich im Deutschen Juristinnenbund, bei der Gesellschaft für Freiheitsrechte und co-hostet die Podcasts „Justitias Töchter“ und „recht:zeitig“.

Zum Mitgliedsprofil: https://www.awhamburg.de/akademie/young-academy-fellows/detail/dr-iur-dana-sophia-valentiner.html
 

Die Mitgliederversammlung wählt neue Mitglieder auf Grundlage außergewöhnlicher wissenschaftlicher Leistungen aus. Außerdem soll die Wahl die fachübergreifenden Arbeits- und Projektgruppen der Akademie ergänzen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in den Bundesländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein tätig sind, können Ordentliche Mitglieder werden. Diese Mitglieder sind stimmberechtigt und verpflichtet, sich aktiv an den Aufgaben der Akademie zu beteiligen sowie an Mitgliederversammlungen teilzunehmen. Korrespondierende Mitglieder besitzen kein Stimmrecht, dürfen jedoch an allen Sitzungen und Veranstaltungen der Akademie teilnehmen.

Medien-Kontakt:
Akademie der Wissenschaften in Hamburg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Dagmar Penzlin M.A.
Telefon: +49 40 42 94 86 69-24
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Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg
Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg vereint Spitzenforscherinnen und -forscher aus allen Bereichen der Wissenschaft in Norddeutschland. Sie trägt dazu bei, die Zusammenarbeit zwischen Fächern, Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Institutionen zu intensivieren. Sie fördert Forschungen zu gesellschaftlich bedeutenden Zukunftsfragen und wissenschaftlichen Grundlagenproblemen und macht es sich zur besonderen Aufgabe, Impulse für den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu setzen. Präsident der Akademie ist seit 2022 Prof. Dr. Mojib Latif. Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg ist Mitglied der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Grundausstattung der Akademie wird von der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert.