Hamburger Wissenschaftspreis 2011 "Energieforschung" an Ferdi Schüth verliehen

Preisträger des Hamburger Wissenschaftspreis 2011 ist Professor Dr. Ferdi Schüth, Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr. Mit dem Preis würdigt die Akademie die wegweisende Katalysatorforschung von Professor Schüth vor allem in den Bereichen Speicherung von Wasserstoff, Erdgasnutzung sowie der Nutzung von Biomasse zur Synthese von Kraftstoffen und Basischemikalien. Die Entwicklung und Anwendung katalytischer Materialien zur Verringerung des Energie- und Rohstoffeinsatzes von chemischen Reaktionen steht im Zentrum der umfassenden wissenschaftlichen Tätigkeit Ferdi Schüths.
Aktuell arbeitet er an der Entwicklung eines technischen Verfahrens, mit dem Biokraftstoffe der zweiten Generation aus Holz und Cellulose gewonnen werden können. Diese „Verzuckerung“ von Holz könnte damit als Grundlage für die Produktion von Kraftstoffen und Chemikalien dienen. Anders als Früchte und Pflanzen, aus denen Biokraftstoffe der ersten Generation gewonnen werden, dienen die nachwachsenden Rohstoffe Holz und Cellulose, sogenannte "non-food"-Biomasse, nicht als Nahrungsmittel.

Der Preisträger
Geboren 1960 im nordrhein-westfälischen Warstein, hat sich Ferdi Schüth nach seiner Promotion in Münster 1988 am Lehrstuhl für Physikalische Chemie 1995 in Mainz habilitiert und wurde im gleichen Jahr Ordentlicher Professor für Anorganische Chemie an der Universität Frankfurt. Seit 1998 ist er Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr, seit dem Jahr 2000 lehrt er zudem als Honorarprofessor an der Ruhr-Universität Bochum. Neben seiner Promotion in Chemie hat er das erste juristische Staatsexamen abgelegt. Neben mehr als 350 Veröffentlichungen hat er 20 Patente und Patentanmeldungen realisiert und ein erfolgreiches Unternehmen, die hte AG, gegründet.

Ferdi Schüth erhielt unter anderem 2003 den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und war 2010 für den Deutschen Zukunftspreis – Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation nominiert. Er ist Mitglied von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften sowie der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.
Film über den Preisträger sehen

Materialien zum Hamburger Wissenschaftspreis 2011

Urkundenübergabe: Prof. Dr. Ferdi Schüth (links) und Prof. Dr. Heimo Reinitzer

Preisverleihung: (V.l.n.r.): Akademiepräsident Prof. Dr. Heimo Reinitzer, Stifterehepaar Prof. Dr. h. c. Hannelore Greve und Prof. Dr. Dr. h. c. Helmut Greve, Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg und Senatorin für Wissenschaft und Forschung, Dr. Dorothee Stapelfeldt und Preisträger Prof. Dr. Ferdi Schüth.

 

Vortrag von Prof. Dr. Ferdi Schüth 2012 zum Thema "Peak Oil und Klimawandel: Herausforderungen für unsere Energiesysteme" sehen


Pressemitteilungen

18.11.2011 Hamburger Wissenschaftspreis verliehen
31.10.2011 Professor Dr. Ferdi Schüth erhält den Hamburger Wissenschaftspreis 2011


Ausgewählte Presseberichte

Der Westen: Prof. Dr. Ferdi Schüth erhält den Hamburger Wissenschaftspreis
DIE WELT: Benzin aus Bäumen
Hamburger Abendblatt: Auszeichnung für Energieforscher

Zur Ausschreibung 2011

Mit der Verleihung des Hamburger Wissenschaftspreises unterstreicht die Akademie der Wissenschaften in Hamburg die Bedeutung der Wissenschaften in der Region und setzt Zeichen für Themen von wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung, im Jahr 2011 für die Energieforschung. Energieforschung in Deutschland dient der künftigen kostenbewussten und nachhaltigen Energieversorgung im Spannungsfeld von Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit. Energieforschung erarbeitet auch neue Technologieoptionen, die noch nicht im zentralen Interesse politischer oder industrieller Handlungsoptionen liegen. Energieforschung dient der systematischen und interdisziplinären Erarbeitung von Lösungen im Bereich von Bereitstellung, Transport, Verteilung, Speicherung und Nutzung von Energie unter Berücksichtigung von natürlichen, technischen, sozialen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Wechselbeziehungen.

Ausschreibungstext zum Hamburger Wissenschaftspreis 2011

Der 2009 erstmals vergebene Preis ist von der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve mit einem Preisgeld von 100.000 € dotiert. Ausgezeichnet wird ein/e in Deutschland arbeitende/r Wissenschaftler/in oder eine Forschungsgruppe.

Filme und Programmheft
  • Porträtfilm über Ferdi Schüth sehen
  • Preisverleihung 2011 im Film sehen
  • Programmheft zur Preisverleihung 2011 lesen
Jury-Mitglieder 2011
  • Prof. Dr. Heimo Reinitzer
    Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg (Vorsitz)
  • Prof. Dr. Walter Kaminsky
    Universität Hamburg; Ordentliches Mitglied der Akademie
  • Prof. Dr.-Ing. Prof. E.h. Edwin Kreuzer
    Technische Universität Hamburg-Harburg; Ordentliches Mitglied der Akademie
  • Prof. Dr. Kerstin Thurow
    Universität Rostock; Ordentliches Mitglied der Akademie
  • Prof. Dr. med. Dr. h.c. Günter Stock
    Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin
  • Prof. Dr. Fritz Vahrenholt
    Chief Executive Officer, RWE Innogy GmbH, Essen
  • Dr. Nobert Lossau
    Leiter des Wissenschaftsressort Die Welt, Berliner Morgenpost und Die Welt am Sonntag
Hamburger Wissenschaftspreis
Themen 2009 bis 2021