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24 Nov 26

Buchpräsentation "Agathe Lasch"

Frauke Hamann und Rainer Nicolaysen im Gespräch über Agathe Lasch

Präsentation des 13. Bandes der Reihe »Wissenschaftler in Hamburg«

Frauke Hamann und Rainer Nicolaysen im Gespräch über Agathe Lasch
Mit Grußworten von Robert Zepf und Birgit Recki

Ihr Weg – neue Biografie porträtiert Hamburgs erste Professorin, die Niederdeutsch- und Stadtsprachen-Pionierin Agathe Lasch
Vor 100 Jahren wurde die Sprachforscherin außerordentliche Professorin an der Hamburgischen Universität. Die Nationalsozialisten ermordeten sie 1942 in Riga. Frauke Hamann erzählt ihr Leben erstmals umfassend.
1926 wurde Agathe Lasch (1879–1942) außerordentliche Professorin an der Hamburgischen Universität. Sie war die erste Germanistikprofessorin Deutschlands. Zum 100. Jahrestag erscheint im Wallstein-Verlag die Biografie Agathe Lasch (1879–1942). Hamburgs erste Professorin von Frauke Hamann. Das Buch zeigt den Weg einer Wissenschaftlerin, die sich als Frau und Jüdin gegen große Widerstände durchsetzte, die niederdeutsche Sprachforschung prägte und dann von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurde. Erstmals wird darin auch geschildert, wie Professorenkollegen die private Bibliothek der Vertriebenen an sich rissen.
Lasch wuchs als eines von fünf Kindern in einfachen Verhältnissen in Berlin auf. Nach Studium und Promotion in Heidelberg fand sie an deutschen Universitäten keine Stelle. Sie lehrte deshalb sechs Jahre am Frauencollege Bryn Mawr in den USA. Dort schrieb sie ihre „Mittelniederdeutsche Grammatik“ (1914), die bis heute ein Standardwerk ist. 1917 kam sie nach Hamburg. Mit „Berlinisch“ (1928) legte sie die erste Stadtsprachengeschichte überhaupt vor und gilt deshalb als „Soziolinguistin der ersten Stunde“ (Jörg Riecke). Als Mitbegründerin des „Hamburgischen Wörterbuchs“ und des „Mittelniederdeutschen Handwörterbuchs“ setzte sie wissenschaftliche Maßstäbe.
Die Biografie zeigt auch bislang wenig bekannte Seiten: Laschs patriotisches Auftreten in den USA, ihren Einsatz für Studierende und ein Hamburger Studentinnenwohnheim sowie ihren Versuch, die Lederhandlung ihres Vaters zu retten.
„Agathe Lasch hat sich ihre Karriere in der Männerdomäne Universität hart erkämpft“, sagt Frauke Hamann. „Sie lebte für ihre Forschung, und die NS-Verfolgung traf sie mit voller Wucht. Trotz der Fürsprache von Studierenden und ausländischen Kollegen wurde sie von der Universität vertrieben. Sie war eine Pionierin und zugleich zeitlebens eine doppelte Außenseiterin.“

Eine Kooperationsveranstaltung von: Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung, Verein für Hamburgische Geschichte, Verein für niederdeutsche Sprachforschung und Akademie der Wissenschaften in Hamburg.

Dienstag, 24. November 2026; 18:00 Uhr
Vortragsraum der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg
Von-Melle-Park 3
20146 Hamburg

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich unter info@h-w-s.org

24.11.2026 um 18:00

Anmeldung bitte unter

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