25 Feb 16

Leibniz' Denkorgane: Leinwände, Körper, Exponate

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"Die Monaden haben keine Fenster": dieses Diktum aus der "Monadologie" von Gottfried Wilhelm Leibniz hat ein angemessenes Verständnis seiner Philosophie über lange Zeit verstellt. Aus dem Zusammenhang gerissen, schien es zu bekräftigen, dass die Leibnizsche Weltsicht auf die Welt der Sinne verzichten könne. Damit wird jedoch ein Grundzug seines Denkens verstellt, der alles Körperliche nicht etwa zu transzendieren, sondern als Bedingung der Erkenntnis in Rechnung zu stellen versucht. In dieser Hinsicht kann Leibniz als einer der Vorläufer der Verkörperungsphilosophie gelten. Der Vortrag versucht, auf verschiedenen Feldern vorzustellen, wie der Kosmos der Artefakte für Leibniz als Bedingung aller Reflexion auftritt.

Horst Bredekamp studierte Kunstgeschichte, Archäologie, Philosophie und Soziologie in Kiel, München, Berlin und Marburg. 1982 erhielt er einen Ruf auf eine Professur für Kunstgeschichte an der Universität Hamburg, 1993 wechselte er an die Humboldt-Universität zu Berlin. 2005 hatte er die Gadamer-Stiftungsprofessur inne. Von 2003 bis 2012 war er Permanent Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Er ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina sowie im Stiftungsrat der Schering Stiftung. Seit 2012 ist er Mitsprecher des Exzellenzclusters "Bild Wissen Gestaltung" an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Frühjahr 2015 wurde er in die Gründungsintendanz des künftigen Humboldtforums im Berliner Stadtschloss berufen.

 

Zu der Veranstaltung gibt es eine Ausstellung mit Bildern von Bärbel Jürgens.

Seit jeher interessierten die Naturwissenschaftlerin und Malerin Bärbel Jürgens die Veränderungen, das "Chaos" und die immer wiederkehrenden Strukturen in der Natur. Sie fand darin die Erkenntnisse von Gottfried Wilhelm Leibniz bestätigt, wie zum Beispiel "Alles ist System und Wandlung". Fasziniert insbesondere von der Vielseitigkeit des Universalgenies visualisiert Bärbel Jürgens seine mathematischen, technischen und philosophischen Überlegungen puzzelartig auf Leinwand und Papier. Leibnizens moderne Auffassungen und die heutige Aktualität werden lebendig in den Portraits, die durch Bearbeitung alter Gemälde in Siebdrucktechnik entstanden sind. 

Seit 1990 widmete sich Bärbel Jürgens neben dem Beruf als Chemikerin wieder intensiv der Malerei, begleitet durch die Teilnahme an künstlerischen Seminaren und Projektarbeiten. Durch das Studium "Geschichte der Chemie" bei Professor J. Weyer und "Geschichte der Naturwissenschaften und Mathematik" bei Professor Karin Reich in Hamburg angeregt, begann sie, Kunst und Mathematik in Bildern zu verbinden.

 

Der Eintritt ist frei.

Wir weisen darauf hin, dass die Veranstaltung aufgezeichnet wird. Wir stellen den Video-Stream zum Download auf unsere Homepage. Eine Übertragung im Hörfunk zu einem späteren Zeitpunkt ist vorgesehen. Die Veranstaltung wird fotografisch dokumentiert.

Baseler Hof Säle | Esplanade 15 | 20354 Hamburg | Donnerstag, 25. Februar 2016, 19 Uhr | UM ANMELDUNG WIRD GEBETEN

Donnerstag, 25. Februar 2016 um 00:00
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