28 Apr 16

Nanowissenschaft und Nanotechnologie: Von neuen Erkenntnissen zu innovativen Anwendungen

Zum Video  Zur Audio-Aufzeichnung

Die Nanowissenschaft beschäftigt sich mit Strukturen, welche für das menschliche Auge unsichtbar sind. Die Gewinnung von Erkenntnissen über solch winzige Strukturen bis hin zur atomaren und molekularen Ebene erforderte die Entwicklung neuer mikroskopischer Verfahren, welche zerstörungsfrei die Struktur und Dynamik individueller Nanoobjekte zugänglich machten. Ein besonderer Fokus wird in diesem Vortrag auf magnetisch-sensitive Mikroskopiemethoden gelegt, die erstmals magnetische Eigenschaften einzelner Atome und deren Wechselwirkungen in diversen Materialklassen erschließen konnten. Darauf aufbauend werden heutzutage neuartige magnetische Datenspeichersysteme entwickelt, welche zukünftig eine tausendfach höhere Datendichte ermöglichen. Als ultimative Grenze der Miniaturisierung wird die Nutzbarmachung künstlich hergestellter atomarer Strukturen zur Realisierung von Logik-Bauelementen demonstriert. Die Nanotechnologie wird somit zum Wegbereiter für die Wissens- und Informationsgesellschaft von übermorgen.

Roland Wiesendanger erhielt nach dem Studium der Physik an der Universität Basel (1986 Diplom, 1987 Promotion, 1990 Habilitation) 1992 einen Ruf an die Universität Hamburg, verbunden mit dem Aufbau des Hamburger Mikrostrukturzentrums. Neben seinen Pionierarbeiten auf dem Gebiet der spinpolarisierten Rastertunnelmikroskopie, welche erstmals die direkte Abbildung von magnetischen Strukturen auf atomarer Skala ermöglichten, leistete er wichtige Beiträge zur Untersuchung niederdimensionaler Elektronensysteme in Halbleitern sowie zur Weiterentwicklung der Rasterkraftmikroskopie im Hinblick auf die Charakterisierung elektrisch isolierender Materialsysteme auf atomarer Ebene. Von 1998 bis 2006 leitete er ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes nationales Nanotechnologie-Kompetenzzentrum und ist seit 2006 Sprecher des DFG-Sonderforschungsbereichs „Magnetismus vom Einzelatom zur Nanostruktur“. Er ist Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg.

Baseler Hof Säle | Esplanade 15 | 20354 Hamburg | Donnerstag, 28. April 2016, 19 Uhr | UM ANMELDUNG WIRD GEBETEN

Donnerstag, 28. April 2016 um 00:00
Vergangene Termine