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Ausstellung „Notwendig, nützlich, neu – Langzeitforschung in Hamburg“ im Haus der Wissenschaft Bremen eröffnet

Die Vielfalt der Langzeitforschungsprojekte der Akademie der Wissenschaften in Hamburg können Interessierte bis zum 20. Juni 2026 im Haus der Wissenschaft Bremen entdecken. Prof. Dr. Gerold Wefer, Vorstandsvorsitzender Haus der Wissenschaft e. V., und Prof. Dr. Gabriele Clemens, Vorstandsmitglied und Vorsitzende des Ausschusses für Akademievorhaben der Akademie, eröffneten am 12. März 2026 gemeinsam die Ausstellung „Notwendig, nützlich, neu – Langzeitforschung in Hamburg“ in den Ausstellungsräumen des Hauses. Die Ausstellung präsentiert erstmals geisteswissenschaftliche Langzeitforschung in Norddeutschland und macht verborgene Schätze des kulturellen Erbes sichtbar. Sie ist für taube Menschen zugänglich.

Bis zum 20. Juni 2026 ist im Haus der Wissenschaft Bremen die Ausstellung „Notwendig, nützlich, neu – Langzeitforschung in Hamburg“ zu entdecken

Gerold Wefer ging in seinen eröffnenden Worten auf die Rolle der Akademien in der Wissenschaftslandschaft ein. Das Akademienprogramm ist dabei prägend, wenn es um die geistes- und sozialwissenschaftliche Langzeitforschung in Deutschland geht. Die so geförderten Projekte haben eine Laufzeit von 12 bis 25 Jahren. Angesiedelt sind sie an den Landesakademien wie beispielsweise der Akademie der Wissenschaften in Hamburg. Gabriele Clemens skizzierte in ihrer Eröffnungsrede die breite fachliche Skala der Forschungsgegenstände in den Langzeitforschungsprojekten des Akademienprogramms. Alle Projekte eint, so Clemens, dass sie „Antworten geben auf zentrale Fragen wie zum Beispiel: Wo kommen wir her? Wie haben wir uns entwickelt? Und warum sind wir heute da, wo wir sind?“

Beim anschließenden Rundgang durch die Ausstellung „Notwendig, nützlich, neu – Langzeitforschung in Hamburg“ vertieften sich die Gäste der Eröffnung in die vielfältigen Informationen: Großformatige Ausstellungstafeln, Bilder und Ausstellungsobjekte verbinden sich mit Hörstationen und Mitmach-Angeboten zu einem informativ-sinnlichen Einstieg in die Langzeitforschung der Akademie. Die Ausstellung ist in Deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzt und damit für taube Menschen zugänglich. In den kommenden Monaten gibt es drei begleitende Veranstaltungen zur Ausstellung (siehe Info-Kasten unten).

Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg führt derzeit acht Langzeitforschungsprojekte in Kooperation mit der Universität Hamburg und der Hochschule für Musik und Theater München durch. Ihre Themen reichen von antiken Handschriften bis hin zu aktuellen Fragestellungen. Was sie verbindet: Sie schaffen Grundlagen für weitere geisteswissenschaftliche Forschungen national wie international und liefern Erkenntnisse für Gegenwart und Zukunft. Damit sichern diese Projekte Wissen, das sonst verloren ginge. Das neueste Projekt „Mittelniederdeutsche Grammatik“, gestartet im Januar 2026, ist in der Ausstellung noch nicht vertreten. 

Eckdaten:
Haus der Wissenschaft Bremen
Sandstraße 4/5, 28195 Bremen

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 – 19 Uhr, Samstag 10 – 14 Uhr 
Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Haus der Wissenschaft Bremen statt und wird finanziert von der Freien und Hansestadt Hamburg.

Landingpage der Ausstellung https://www.awhamburg.de/magazin/ausstellung-zur-langzeitforschung-in-hamburg.html

Begleitprogramm zur Ausstellung

Vorträge in der Reihe „Wissen um 11“ (Eintritt frei)

• Samstag, 28. März 2026, um 11:00 Uhr
„Kulturerbe in Krisenzeiten: Strategien zum Schutz und zur Erforschung äthiopischer und eritreischer Manuskriptkultur“

Vortrag: Dr. Nafisa Valieva (Wissenschaftliche Mitarbeiterin vom Langzeitvorhaben „Beta masaheft“)

• Samstag, 30. Mai 2026, um 11:00 Uhr
„Zerstörung und Diaspora. Globale Konsequenzen der NS-Verfolgung für die Musikgeschichte“

Vortrag: Prof. Dr. Friedrich Geiger (Projektleiter vom Langzeitvorhaben „NS-Verfolgung und Musikgeschichte“)

Olbers-Saal im Haus der Wissenschaft Bremen
Sandstraße 4/5, 28195 Bremen

• Samstag, 11. April um 12 Uhr 
Führung durch die Ausstellung „Notwendig, nützlich, neu – Langzeitforschung in Hamburg“ in Deutscher Gebärdensprache (DGS)
Martina Bergmann (DGS-Museumsführerin)
Ausstellungsraum | EG
Eintritt frei – Anmeldung erwünscht unter: idgs.slm@uni-hamburg.de

Die Langzeitvorhaben der Akademie der Wissenschaften in Hamburg

  • Das Langzeitvorhaben Mittelniederdeutsche Grammatik ist im Januar 2026 gestartet und liefert vertieftes Wissen über die sprachlichen Strukturen des Mittelniederdeutschen. Ziel des Forschungsprojekts ist es, in den kommenden 18 Jahren eine multidimensionale und webbasierte mittelniederdeutsche Grammatik für Forschung und Lehre zu erarbeiten.
     
  • Das Langzeitvorhaben NS-Verfolgung und Musikgeschichte erforscht die Verfolgung von Musikerinnen und Musikern durch das NS-Regime und ihre globalen Konsequenzen. Ziel ist es, die Musikgeschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts zu revidieren und zu vervollständigen. Hierfür wird das international wichtigste Nachschlagewerk zum Thema, das Online-Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit (LexM), wesentlich erweitert.
     
  • Das Langzeitvorhaben Tamilex erstellt das erste historische Tamil-Wörterbuch. Ziel ist ein elektronischer Korpus, der von annotierten Übersetzungen und kompletten analytischen Glossaren für jedes Wort und seine Ableitungen begleitet ist.
     
  • Das Langzeitvorhaben INEL erschließt Materialien vom Aussterben bedrohter indigener nordeurasischer Sprachen und macht sie zugänglich für eine breite Öffentlichkeit.
     
  • Das Langzeitvorhaben Formulae – Litterae – Chartae erforscht und ediert frühmittelalterliche Formulae, die als Vorlagen für Urkunden und Briefe die Vielfalt des gelehrten Schreibens im frühmittelalterlichen Westeuropa dokumentieren.
     
  • Das Langzeitvorhaben Beta masaheft. Die Schriftkultur des christlichen Äthiopiens und Eritreas bereitet das Wissen über diese Handschriftenkultur systematisch und multimedial auf.
     
  • Das Langzeitvorhaben Etymologika widmet sich griechisch-byzantinischen etymologischen Wörterbüchern als bedeutenden lexikographischen Leistungen antiker und mittelalterlicher Wissensgeschichte in Europa.
     
  • Das Langzeitvorhaben Entwicklung eines korpusbasierten elektronischen Wörterbuchs Deutsche Gebärdensprach (DGS) – Deutsch (DGS-Korpus) erfasst und dokumentiert die Deutsche Gebärdensprache (DGS) systematisch in ihrer lebendigen Vielfalt. Es entsteht auf dieser Grundlage ein elektronisches Wörterbuch für alle, die die DGS als Kommunikationsmittel nutzen, lernen oder erforschen.

 

Eindrücke von der Ausstellung in Bremen