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Wehrlose Wissenschaft: Die Bedrohung aus China und Russland verstehen

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und Chinas militärische Drohkulisse vor Taiwan – die Herausforderungen durch autoritäre Mächte nehmen zu. Unser Wissen über diese Regime hält damit jedoch nicht Schritt.
Essay von Martin Wagner und Sören Urbansky, 15. August 2026

Als größter und geschäftigster Landgrenzübergang zwischen China und Russland fungiert der Grenzübergang bei Manzhouli als strategischer Knotenpunkt, der den bilateralen Waren- und Energiefluss steuert und die physische Anbindung an das russische Schienennetz sicherstellt.
Als größter und geschäftigster Landgrenzübergang zwischen China und Russland fungiert der Grenzübergang bei Manzhouli als strategischer Knotenpunkt, der den bilateralen Waren- und Energiefluss steuert und die physische Anbindung an das russische Schienennetz sicherstellt.

China und Russland rütteln an den Grundfesten unserer Ordnung und Sicherheit – an der rechtsstaatlichen Demokratie ebenso wie am regelbasierten Gefüge der internationalen Gemeinschaft. Ihre Angriffe zielen auf einen gemeinsamen Gegner, trotz gegenseitiger Rivalitäten, trotz unterschiedlicher Entwürfe für die Welt von morgen. Dieser Bedrohung sind wir nicht gewachsen. Denn wir wissen zu wenig über die beiden Länder.

Zwar generieren deutsche Institutionen Erkenntnisse über beide Mächte, doch unsere gesamte Wissenslandschaft – in Forschung, Diplomatie und Nachrichtenwesen – unterliegt einer zweifach verzerrten Perspektive. China und Russland werden für sich genommen jeweils unzureichend untersucht und in ihren Wechselbeziehungen nahezu gar nicht. Anders formuliert: Unser Blick trennt, wo analytische Verknüpfung notwendig wäre.

Zweifellos ist die deutsche Expertise über Russland wie über China vielfältig, fachlich anspruchsvoll und mitunter international führend. Indes ist das Wissen über diese beiden Länder in der Summe thematisch selektiv, in seinem Zugang bilateral aus Deutschland gedacht und institutionell fragmentiert.

Zu Recht betonte der Wissenschaftsrat in einem Positionspapier vom Mai 2025, dass Deutschlands Wissenschaft durch die autoritäre Systemkonkurrenz bedroht und ihrerseits in der Pflicht sei, die demokratische Ordnung zu schützen.[1] Doch mit Blick auf China und Russland, die als primäre Gegner gelten, unterliegt auch der Wissenschaftsrat den Fehlperspektiven, die Deutschlands Wissensordnung prägen. Zwar plädiert das Gremium dafür, „sicherheitsrelevante Forschung“ zu fördern,[2] aber es erklärt nicht, welche Bedeutung regionalwissenschaftliche Forschung dabei habe – insbesondere zu diesen beiden Staaten.

Mehr noch: „Über lange Zeit gewachsene Kooperationen und persönliche Beziehungen“ in Ländern, die als Sicherheitsrisiko gelten, würden die Einsicht in die „geänderte Situation und die damit notwendig gewordenen Veränderungen be- oder gar verhindern“, so der Wissenschaftsrat.[3] Diese Annahme stellt Regionalexpertise sowie emigrierte Forscher unter Generalverdacht und untergräbt die Erkenntnisgrundlagen der China- und Russlandforschung. Damit schafft der Wissenschaftsrat für die Wissenschaft ein Problem, das in der deutschen Diplomatie, in Behörden und Sicherheitsdiensten längst existiert: die systemische Schwächung der eigenen Expertise.

Ein Öltransport passiert den russisch-chinesischen Grenzbahnhof Manzhouli-Zabaykalsk.
Ein Öltransport passiert den russisch-chinesischen Grenzbahnhof Manzhouli-Zabaykalsk.

Eurozentrische Curricula

China und Russland sind nicht identisch, weder als historische Räume, in ihrer autoritären Verfasstheit noch in ihrem internationalen Agieren.[4] Ihren strukturellen Unterschieden muss Wissenschaft genauso Aufmerksamkeit widmen wie ihrem geteilten Machtstreben. Allerdings sind die institutionellen Voraussetzungen dafür hierzulande ungenügend.

Politikwissenschaftliche und soziologische Lehrstühle mit Osteuropabezug sind rar geworden. In Berlin und Bremen existieren sie noch, anderswo verschwinden sie. Die LMU München etwa wickelt ihre einschlägigen Strukturen ab. Zwar entsteht in Regensburg ein neuer Forschungsbereich – aber nicht an einer Universität, sondern am Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung. Das fügt sich ins Bild: Gesellschaftswissenschaftliche Russlandforschung erfolgt fast ausschließlich an wenigen außeruniversitären Einrichtungen. Allein die Osteuropäische Geschichte und die Slawistik behaupten sich als regionalwissenschaftliche Fächer – trotz wiederkehrender Kürzungswellen, rückläufiger Immatrikulationen und eingeschränkter Möglichkeiten zum Spracherwerb im Ausland. Doch sie allein vermögen nicht das analytische Fundament zu bilden, das für ein tieferes Verständnis der Gegenwart nötig wäre. Für die anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion, nicht zuletzt für Belarus und die Ukraine, gelten diese Defizite übrigens noch viel stärker.[5]

Die Geschichte Chinas wird in Deutschland – anders als etwa in den USA – gemeinhin an sinologischen Instituten gelehrt. Bundesweit existiert nur eine einzige Professur für chinesische Geschichte an einem Historischen Seminar, nämlich in Freiburg im Breisgau. Auch politikwissenschaftliche Lehrstühle mit Chinabezug, sei es zu Pekings Außen- oder Innenpolitik, lassen sich an einer Hand abzählen. Umgekehrt interessiert sich die Sinologie nur dort für Chinas Gegenwart, wo sie sich nicht vorrangig mit der philologischen Erschließung der Vormoderne beschäftigt.

In der außeruniversitären Forschungslandschaft regiert ebenso die akademische Arbeitsteilung. Seit der Schließung des Bundesinstituts für ostwissenschaftliche und internationale Studien im Jahr 2000 – im Kalten Krieg ein Ort für die Erforschung sowohl des kommunistischen Chinas als auch der Sowjetunion – verteilen sich die Aufgaben auf die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), das Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) und das hauptsächlich durch eine private Stiftung finanzierte Mercator Institute for China Studies (Merics). Während sich Merics auf China konzentriert, widmet sich das ZOiS Osteuropa. Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik arbeitet zwar zu Russland, aber kaum noch zu China. Keines dieser Institute erforscht tiefgreifend die chinesisch-russischen Beziehungen.

Bundesweit existiert – abgesehen von der SWP – keine Forschungseinrichtung, unter deren Dach China und Russland gemeinsam erforscht würden. Und einen Wissensort, an dem die chinesisch-russischen Beziehungen im Zentrum stünden, sucht man hierzulande vergeblich. Zwar gibt es Universitäten, an denen China- und Osteuropaforschung nebeneinander betrieben werden, doch das allein garantiert keine Zusammenarbeit. Mehr noch: Interdisziplinarität über Fächergrenzen hinweg gilt im akademischen Betrieb häufig als Karriererisiko. So entgeht Deutschland Erhebliches: Expertise wird nicht gebündelt und neue Spezialisten mit transregionalem Blick wachsen kaum heran.

Dieses Defizit wirkt in die Breite. Künftige Lehrkräfte und Politikberater kommen im Studium mit China, Russland oder deren Verflechtung kaum in Berührung. Eurozentrische Curricula prägen den Schulunterricht. Damit nutzt unsere Gesellschaft selbst das vorhandene Wissen nur ungenügend.

Ein weiterer Ort sino-russischer Nähe: Nur der Amur trennt die beiden Schwesterstädte Heihe in China und Blagoweschtschensk in Russland.
Ein weiterer Ort sino-russischer Nähe: Nur der Amur trennt die beiden Schwesterstädte Heihe in China und Blagoweschtschensk in Russland.

Erosion von Fachwissen

In Diplomatie und Behörden führt der institutionelle Zuschnitt unserer Wissensproduktion nicht minder zu isolierten Blickwinkeln. Das Organigramm des Auswärtigen Amtes steht exemplarisch für diese Segmentierung: China und Russland werden in getrennten Abteilungen geführt. Dasselbe Muster prägt die übrigen Bundesministerien wie auch die parteinahen Stiftungen, die meist separate Asien- und Osteuropareferate unterhalten. Analog organisiert sich die deutsche Wirtschaft mit einem „Ost-Ausschuss“ hier und einem „Asien-Pazifik-Ausschuss“ dort. Nur selten existieren institutionalisierte Einheiten oder Planungsstäbe, die eine Brücke zwischen den beiden Regionen schlagen. Doch in ihrem destruktiven Vorgehen ergänzen sich China und Russland, sie bestärken einander und lernen voneinander – sei es bei der Umgehung internationaler Sanktionen oder bei der zielgerichteten Desinformation.

Nicht Regionalspezialisierung, sondern Generalisten-Kultur und Rotationsprinzip prägen Deutschlands diplomatisches Korps. Damit sie im Gastland nicht zu sehr Wurzeln schlagen, rotieren deutsche Diplomaten im Dreijahrestakt zwischen Berlin und aller Welt: auf New York folgt Bischkek oder Nairobi. Ganze Abteilungen werden nicht selten turnusmäßig ausgetauscht, oft mit erheblichem Expertiseverlust, gerade an geostrategisch sensiblen Orten wie der deutschen Botschaft in Peking. Russland und China handhaben das anders: Ihre diplomatischen Vertreter wechseln in der Regel nur zwischen den deutschsprachigen Ländern und ihrer Heimat. Über ein Diplomatenleben hinweg erwerben sie so vertiefte Sprachkenntnisse und ein intimes Verständnis für Land und Leute. Ein Mittelweg aus Rotation und Kontinuität könnte die deutsche Diplomatie stärken – ohne den Verlust professioneller Distanz zu riskieren.

Chinesische Briefmarke anlässlich des Chinesisch-Sowjetischen Vertrags über Freundschaft, Bündnis und gegenseitige Hilfe von 1950. Die sino-russischen Beziehungen haben heute erneut erhebliche geopolitische Bedeutung.
Chinesische Briefmarke anlässlich des Chinesisch-Sowjetischen Vertrags über Freundschaft, Bündnis und gegenseitige Hilfe von 1950. Die sino-russischen Beziehungen haben heute erneut erhebliche geopolitische Bedeutung.

Sicherheit als Wissensbarriere

Sicherheitsüberprüfungen schließen zudem häufig gerade jene aus, die über besondere Qualifikationen verfügen. Wer biografische oder familiäre Verbindungen nach China oder Russland hat, wird vom Auswärtigen Amt kaum als Diplomat in diese Länder entsandt. Auch in anderen Bundesministerien gilt: Wer etwa mit einer Chinesin oder einem Russen verheiratet ist, wird nicht in die einschlägigen Abteilungen versetzt. Mehr noch: Ohne Sicherheitsfreigabe entsprechender Stufe werden solche Ministerialbeamte nie eine Leitungsfunktion einnehmen, ganz gleich in welcher Abteilung.

Die Logik der beamtendienstlichen Sicherheitsüberprüfung lähmt auch die wissensbasierte Arbeit deutscher Nachrichtendienste. Seitdem Russland und China offen gegen Demokratie und Weltordnung agieren, wurden die Auflagen so verschärft, dass faktisch niemand eingestellt werden kann, der sich jemals längere Zeit in einem der beiden Länder aufgehalten hat. Ähnlich verhält es sich mit einer Reihe weiterer Staaten, darunter die Ukraine, von denen laut „Staatenliste“ des Bundesinnenministeriums ein Sicherheitsrisiko ausgeht.[6] Wer einen der Systemgegner entschlüsseln soll, darf ihn nicht gesehen haben.

Das Paradox betrifft sogar die Ausbildung: Wer wissenschaftlich in China oder Russland gearbeitet hat, kommt für den Lehrkörper an der Hochschule des Bundes, an der künftige Geheimdienstmitarbeiter ausgebildet werden, nicht infrage. Was als Schutzmaßnahme gilt, wird faktisch zum Sicherheitsrisiko. Denn das in Deutschland vorhandene China- und Russland-Wissen wirkt nicht, eigene Urteilskraft wird kaum entwickelt.

Sicherheitsüberprüfungen sind zweifellos legitim – gerade dort, wo sie verhindern sollen, dass Systemgegner allzu leichtes Spiel haben, deutsche Staatsvertreter für ihre Zwecke zu instrumentalisieren oder Institutionen auszuspionieren. Naheliegend ist, dass ausländische Dienste gezielt nach Ansatzpunkten suchen und in Studienfreunden oder Schwiegereltern potenzielle Hebel sehen, um Personen erpressbar zu machen. Fatal indes ist die Logik von harten pauschalen Zugangsschranken: Sie blendet aus, dass es Systemgegnern durchaus gelingt, deutsche Amtsträger zu vereinnahmen – auch ohne offenkundige Angriffsfläche.

Der Schematismus, der keine Einzelfallprüfung und Abwägung mehr zulässt, ist ein Ausdruck von Hilflosigkeit. Mehr noch: Er zeugt davon, dass die Strategie Moskaus und Pekings, uns zu verunsichern und uns damit gezielt Expertise zu entziehen, verfängt. Wir beginnen, uns selbst zu misstrauen – weil uns das Vertrauen in die eigene Ordnung abhanden zu kommen droht.

Das im Oktober 2025 eröffnete „Haus der russisch-chinesischen Freundschaft“ in Blagoweschtschensk wurde anlässlich des 75. Jahrestages der diplomatischen Beziehungen zwischen Moskau und Peking initiiert. Als institutionalisierte Plattform der bilateralen Kulturdiplomatie soll es die soziokulturelle Integration im Amur-Grenzraum stärken und die strategische Partnerschaft beider Staaten auf regionaler Ebene visuell manifestieren.
Das im Oktober 2025 eröffnete „Haus der russisch-chinesischen Freundschaft“ in Blagoweschtschensk wurde anlässlich des 75. Jahrestages der diplomatischen Beziehungen zwischen Moskau und Peking initiiert. Als institutionalisierte Plattform der bilateralen Kulturdiplomatie soll es die soziokulturelle Integration im Amur-Grenzraum stärken und die strategische Partnerschaft beider Staaten auf regionaler Ebene visuell manifestieren.

Resiliente Wissensordnung

Die Wissensordnung eines demokratischen Landes muss wehrhaft sein und in der Lage, Bedrohungen zu erkennen, Wissen bereitzustellen und Expertise heranzubilden. Dabei geht es weder um Feindbeobachtung wie im Kalten Krieg oder die Verengung auf sicherheitsrelevante Fragen, noch um reine Auftragsforschung, und erst recht nicht um die Abwertung geistes- und sozialwissenschaftlicher Perspektiven.

Was wir aber benötigen, ist eine systematische Ausbildung china- und russlandkundiger Multiplikatoren – quer durch die Fächer, nicht nur innerhalb spezialisierter Regionalstudien. Gleichzeitig braucht es eine breit aufgestellte, disziplinenübergreifende Regionalforschung. China und Russland gehören ebenso wenig wie etwa Iran ins Kuriositätenkabinett, das allein Spezialisten angehen würde. Sie sollten auch nicht vorrangig der Friedens- und Konfliktforschung überlassen werden, wie es der Wissenschaftsrat nahelegt.

Es bedarf neuer Denkräume – institutionell wie intellektuell – und vielleicht sogar neuer Orte des Wissens. Denn die Auseinandersetzung mit Chinas und Russlands Kampf gegen unsere Ordnung gehört ins Zentrum unserer intellektuellen Selbstverteidigung. Wer die Bedrohung ernst nimmt, muss auch die Bedingungen überdenken, unter denen wir sie erfassen. Es ist an der Zeit, die Wissensproduktion über China und Russland neu zu denken.

Zuerst erschienen als: Martin Wagner und Sören Urbansky, Wehrlose Wissenschaft. Die Bedrohung aus China und Russland verstehen, in: Blätter für deutsche und internationale Politik 12 (2025), S. 45–48, blaetter.de. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Blätter Verlagsgesellschaft mbH, Berlin.

 

Fußnoten

  1. Wissenschaftsrat, Wissenschaft und Sicherheit in Zeiten weltpolitischer Umbrüche, Positionspapier (DS 2485-25), Köln 2025.
  2. Ebd., S. 7.
  3. Ebd., S. 11.
  4. Vgl. Jürgen Osterhammel, Imperialgeschichten. China und Russland in Zeit und Raum, in: „Osteuropa“, 7-9/2023, S. 7-20; Sören Urbansky und Martin Wagner, China und Russland. Kurze Geschichte einer langen Beziehung, Berlin 2025.
  5. Vgl. das Themenheft zur Ukraine der „Jahrbücher für Geschichte Osteuropas“, 4/2021, und Robert Kindler u.a., Die Verdammten der russischen Erde. Chancen und Risiken der „Dekolonisierung“ osteuropäischer Geschichte, in: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, 8.8.2022.
  6. Bundesministerium des Innern und für Heimat, Staatenliste im Sinne von § 13 Abs. 1 Nr. 17 SÜG, bmi.bund.de.
     

Dr. Martin Wagner

Martin Wagner ist Historiker und erforscht die Geschichte Osteuropas, Ostasiens und ihrer Verflechtungen transregional. Ihn beschäftigt die Frage, was Russland und China über Epochen hinweg eint und trennt – als vormoderne Vielvölkerreiche, kommunistische Diktaturen und autoritäre Regime der Gegenwart. Seine vergleichende Dissertation untersuchte die Überwindung totalitärer Herrschaft nach Stalin und Mao und beschrieb sie als verschränkten Prozess autoritären Lernens. Eine zweite Monografie (mit S. Urbansky) erzählte die 400-jährige Geschichte der Beziehungen zwischen China und Russland als stetes imperiales Machtringen. Seine Bücher und Artikel wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Wagner studierte Geschichte sowie Chinastudien in Berlin, Peking und Moskau. Nach Forschungsaufenthalten in Hongkong, Princeton und St. Petersburg wurde er an der Humboldt-Universität zu Berlin im Fach Geschichtswissenschaften promoviert und mehrfach ausgezeichnet. Er war Postdoktorand am interdisziplinären Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin und arbeitet derzeit am Historischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. 

Prof. Dr. Sören Urbansky

(Gastautor)
Sören Urbansky ist Professor für Osteuropäische Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Er ist Experte für die Geschichte der chinesisch-russischen Beziehungen. Zu seinen Forschungsinteressen zählen die Geschichte von MigraDon, Infrastrukturen, Rassismus und die Geschichte von Grenzen. Von 2018 bis 2023 arbeitete er am Deutschen Historischen InsDtut Washington, zunächst als Research Fellow in Washington, DC, und seit 2021 als Leiter des Pazifikbüros an der University of California, Berkeley. Zuvor lehrte und forschte Urbansky unter anderem an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Ludwig-Maximilians- Universität München und der University of Cambridge. Er ist Autor mehrerer Monografien, darunter Beyond the Steppe Fron.er: A History of the Sino-Russian Border (Princeton University Press, 2020) und An den Ufern des Amur: Die vergessene Welt zwischen China und Russland (C.H.Beck, 2021). Urbansky schreibt regelmäßig für deutschsprachige Zeitungen.